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Wöllstadt: 200 000 Euro Minus im Haushalt 2012

Artikel vom 15.12.2011 - 12.00 Uhr

Wöllstadt: 200 000 Euro Minus im Haushalt 2012

Wöllstadt (hed). In Wöllstadt werden kleinere Brötchen gebacken als in anderen Kommunen. Das wurde bei der Gemeindevertretersitzung deutlich. Da die Gemeinde vor allem auf Einnahmen aus der Einkommensteuer angewiesen ist und ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen hat, beschränken sich auch die Investitionen auf das Nötige.

Der vierte doppische Haushalt der Gemeinde Wöllstadt, den Bürgermeister Alfons Götz bei der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend vorstellte, plant mit einem Minus von knapp 200 000 Euro. Wie genau es um die finanzielle Situation der Gemeinde bestellt ist, lässt sich derzeit aber gar nicht sagen. Noch fehlen die Jahresabschlüsse der vergangenen drei Jahre. Auch die Erstellung einer Eröffnungsbilanz, die Vermögen und Schulden einer Gemeinde darstellen soll, sei bislang nicht möglich gewesen, sagte Götz mit Verweis auf die ausgelastete Verwaltung, die in diesem Jahr zudem mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatte. Zwar sei die Bewertung des Anlagevermögens abgeschlossen, wann die Bilanz aber fertig und geprüft ist, sei derzeit nicht abzusehen, so Götz. »Dafür kann die Gemeinde seit über einem Jahrzehnt auf die geringsten Personalkosten pro Einwohner im Wetteraukreis verweisen«, betonte der Bürgermeister.

Wegen des Sparwillens wird sich Wöllstadt im neuen Jahr auf notwendige Ausgaben beschränken. Vornehmlich wird Geld für Sanierungen von Gebäuden, Straßen und Gehwegen in die Hand genommen. Bereits begonnene Projekte wie der Kulturraum an der Römerhalle in Ober-Wöllstadt und die neuen Vereinsräume im Bürgerhaus Nieder-Wöllstadt binden erhebliche Mittel. Einer der größten Posten in der Investitionsplanung ist die Einführung des Digitalfunks (120 000 Euro für 2012/13). Weitere Projekte im kommenden Jahr sind die Sanierung des Verbindungswegs zwischen Sudetenstraße und Hanauer Straße, der Kauf eines neuen Mähgeräts für den Bauhof oder der Anteil der Kosten für die Sanierung des Niddaradwegs von der neuen Brücke bis zur B 45 nach Ilbenstadt. »Außerdem werden wir alle Vorarbeiten für den Bau der Ortsumgehung leisten, auch wenn noch nicht klar ist, ob und wann sie kommt.«

Steuer- und Gebührenerhöhungen sind laut Götz für 2012 noch nicht eingeplant, er regte jedoch an, über eine Erhöhung der Sätze bei der Grundsteuer A und B nachzudenken. Hier liege Wöllstadt zum Teil deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Die Gewerbesteuer sollte jedoch bei 310 Prozentpunkten bleiben, rät er.

Die Kosten für Abwasser und Müll blieben vorerst unverändert, da deren Gebührenhaushalte ausgeglichen seien. Bei der Einkommensteuer rechnet Götz mit einem leichten Plus im Vergleich zu 2011. Da jedoch Schul- und Kreisumlage steigen, müssen zusätzliche Einnahmen her. Und die müssen wohl die Eltern beisteuern.

Götz kündigte eine Erhöhung der Kita-Gebühren zum Beginn des neuen Kindergartenjahres an, da die Eltern bis zu 25 Prozent der gestiegenen Kosten mittragen müssen. Dafür biete die Gemeinde aber eine gute Betreuung: In den letzten Jahren hätten alle Kinder unter drei Jahren einen Platz erhalten, sagte Götz. Um den gesetzlichen Rechtsanspruch für Eltern auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen, werde man versuchen, zusätzliche Tagesmütter und -väter auszubilden. »Auch wenn bislang wenig Interesse bestand«, wie der Rathauschef berichtete.

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Artikel vom 15.12.2011 - 12.00 Uhr
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