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11.03.2010 - 13.00 Uhr
Steuern und Gebühren auf dem Prüfstand
Wöllstadt (hed). Wie alle Gemeinden in der Wetterau muss auch Wöllstadt in nächster Zukunft kürzer treten, um die durch die Finanzkrise bedingten Steuerausfälle zu kompensieren.
Der bei der Gemeindevertretersitzung von Bürgermeister Alfons Götz (CDU) eingebrachte Etat für 2010 weist ein Minus von 423 000 Euro auf. Der Rathauschef will nun ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen, in dem Ausgaben und Einnahmen der Gemeinde auf den Prüfstand kommen.
Das Defizit könne teilweise durch Reste der Rücklage gedeckt werden, betonte der Bürgermeister, genaue Zahlen werde man aber erst nach der Erstellung der Eröffnungsbilanz haben. Die Gemeinde habe in den letzten Jahren Schulden abgebaut und bemühe sich stets, sparsam zu wirtschaften. »Die Gemeinde Wöllstadt kann seit über einem Jahrzehnt auf die geringsten Personalkosten pro Einwohner im Wetteraukreis verweisen«, sagte Götz. Zudem erinnerte er daran, dass man in öffentlichen Gebäuden und bei der Straßenbeleuchtung mittlerweile zu 98 Prozent Energiesparlampen benutze.
Steuer- und Gebührenerhöhungen stünden bislang nicht im Haushalt, müssten jedoch in den kommenden Wochen überprüft werden, sagte der Bürgermeister. Auch über die Reduzierung der freiwilligen Leistungen gelte es nachzudenken, »wobei deren Umfang im Vergleich zu anderen Gemeinden relativ gering ist«, betonte Götz.
Mehreinnahmen könnte man beispielsweise dadurch erzielen, indem man sich von einigen der 48 Wohnungen trennt, die im Besitz der Kommune sind - zumal bei einigen in Kürze eine Sanierung anstehe. Der Gemeindevorstand sei hier seit Jahren bemüht, einen Weg zu finden, der »unter Berücksichtigung der sozialen Verträglichkeit« zu mehr Einnahmen führe, sagte der Rathauschef.
Um die bereits beschlossenen und geplanten Investitionen stemmen zu können, sieht der Etat eine Kreditaufnahme von 915 000 Euro vor. Unter den geplanten Bauvorhaben befindet sich der neue Vereinsraum in Ober-Wöllstadt, dessen Anschubfinanzierung die CDU bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt 2009 gegen die Stimmen von SPD und FWG durchgesetzt hatte.
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