Wöllstadt (vol). Tänze, Büttenreden und Musik hielten die Lachmuskeln der Narrenschar in der zweiten Fremdensitzung des Nieder-Wöllstädter Carnevalvereins (NCV) im Bürgerhaus ständig in Bewegung.
Ganz schön wild: Die Schautanzgruppe »Storm«.
Was ist denn da los? Die Show beginnt, aber keine Spur vom Sitzungspräsidenten. Der Elferrat wartet ungeduldig, damit die Narren endlich loslegen können. Dann endlich: Wie aus dem Nichts taucht Siggi Freienstein mitten im närrischen Publikum auf - in Tischtennis-Montur. »Der Neue lässt eben gerne auf sich warten«, frotzelt der Elferrat. Nachdem Freienstein seine Tischtennis-Klamotten gegen sein oranges Sakko des Elferrates eintauscht, geht es endlich los.
Siggi Freienstein ist Nachfolger von Jimmy Brauburger seit 2009 und heizte mit seinen witzigen Anlaufschwierigkeiten die Stimmung an. Das Kinderprinzenpaar Marius (Wolf) und Alina (Meiß) begrüßte die Narren mit »Wichtig ist, ihr all macht mit«. Auch die Prinzenpaare der Hasenspringer Rosbach, Christian I. und Elke I., und der Aascher Schnooke, Maximilian I. und Annalena I., wünschten »viel Frohsinn«.
Die Zuschauer erfreuten sich an dem bunt gefächerten Show-Programm, bei dem jeder Jeck auf seine Kosten kam: Vom Masseur (Patrick Eickhoff), der aus dem Nähkästchen plauderte, über eingeladene Stars wie DJ Bobo (Thorsten Drauth), Matthias Reim (Matthias Bausch), das Duo Baccara (Birgit Zecha, Sybille Arnold) und Jürgen Markus (Ralf Hanxleden) die mit ihren Tanzbewegungen und Outfits für viele Lacher und Beifall sorgten, bis hin zu den wahren Gummibären (Bärengarde), die mit auffällig glitzernden grünen Kostümen in einem Märchenwald gegen den Teufel kämpften.
Appel lässt Jahr Revue passieren
Zwischen den Programmpunkten machten sich die Jecken fertig für die Rakete: »3, 2, 1 und los! Klatschen, mit den Füßen stampfen und ein bisschen pfeifen.« Aber auch das vom Sitzungspräsidenten angestimmte »Zicke, Zacke, Zicke Zacke, Hoi, Hoi, Hoi« sorgte für ein feuchtfröhliches Beisammensein.
Nach dem Ausflug in die Märchenwelt ging es in die harte Realität. Protokollant Jürgen Appel ließ das Jahr 2009 noch einmal Revue passieren: »Ä bissi Kultur, Politik und Sport, aber den Ort net vergesse.« Er berichtete von der im sächsischen Landtag sitzenden NPD: »Wer solche Ärsche in den Landtag wählt, kann nicht bei klarem Verstand sein«, meckerte er. Auf den Punkt bringt Appel, was mit Ex-Stasi-Mitarbeitern passieren sollte: »Die Stasi-Reste müsst man alle abwracke lasse.«