Wöllstadt (sia). Es wurde gehämmert, gebohrt und gesägt – bei den Wöllstädter Ferienspielen waren beim Bau des Insektenhotels Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mittendrin und voll dabei. Trotz Regens nutzten am Mittwoch ein Dutzend Teilnehmer das Ferienspiel-Angebot der BUND-Ortsgruppe. Geplant war der Bau einer dauerhaften Bleibe für sogenannte Solitärinsekten.
Endspurt beim Bau des Insektenhotels in Wöllstadt: Adrian legt sich voll ins Zeug, während die Mädchen ausnahmsweise mal nur zuschauen. (Foto: sia)
Insektenhotels kennt nicht jeder und auch die Bezeichnung »Solitärinsekten« ist nicht sehr geläufig – doch schon in der Schule seien die Kinder darüber aufgeklärt worden, berichteten sie: Solitäre Bienen, Hummeln, Wespen und andere Insekten legten ihre Nester in kleine Löcher und Nischen. Durch abgeriegelte und stark verputze Häuser oder all zu englische Gärten fehlten diesen Tierchen oft die nötigen Nistmöglichkeiten. Mit dem Insektenhotel wolle man der Fortbestand der bedrohten Arten ermöglichen und den Solitärbienen mit verschiedenen Materialien viele Hohlräume für ihre Brut anbieten.
Mit einem einbetonierten Gerüst aus Lerchenholz an der Wöllstädter Bleiche begann die Aktion. Die Kinder griffen direkt zum Werkzeug und machten sich an die Arbeit, die allen sichtlich Spaß bereitete. Das fand auch Organisatorin Sylvia Weyrauch: »Grundschulkinder sind die optimale Altersgruppe für so ein Projekt. Sie zeigen Interesse und haben Spaß an handwerklichen Sachen.« Die Mädchen und Jungs lernten durch ihre Arbeit die Wohnstätte der Insekten kennen und wie diese darin leben. Während Adrian motiviert Löcher in einen Baumstamm bohrte, erklärte er voller Stolz: »Durch diese Löcher schaffe ich den kleinen Bienchen eine Möglichkeit, ihre Eier abzulegen.« Auch die achtjährige Claudia schwärmte von den bedrohten Tieren: »Bienen sind tolle Tiere, und ich freue mich, ihnen etwas Gutes zu tun.«
Nach rund zwei Stunden war der Rohbau des Insektenhotels so gut wie fertig und konnte mit Baumstämmen, Hölzern, Steinen und gebündeltem Bambus gefüllt werden.
Der Kreativität der Kinder wurde dabei freien Lauf gelassen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – das Hotel für Hummeln und Co. war nun bereit zum Einchecken.
Abschließend verkündete der neunjährige Oliver, dass er künftig öfter mit seinem Freund Elias beim Insektenhotel vorbeizuschauen werde, um nach dem Rechten zu sehen.