Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Wölfersheim »

Wölfersheim plant größten Solarpark der Region

Artikel vom 16.01.2012 - 14.00 Uhr

Wölfersheim plant größten Solarpark der Region

Wölfersheim (en/pm). Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Wölfersheimer Gemeindevertretung (Mittwoch, 18. Januar, in der Wetterauhalle) steht ein für Wölfersheim wegweisendes Zukunftsprojekt: Die Gemeinde möchte auf einem rund zehn Hektar großen Areal am See den größten Fotovoltaikpark der Region errichten.

en_LuftbildSolarpark_140_4c_2
Lupe - Artikelbild vergrössern
Energie von oben: der geplante Solarpark am Wölfersheimer See. (Grafik: pv)
Das Gesamtprojekt soll rund 11 Millionen Euro kosten und dabei für die Gemeinde und weitere Teilhaber Gewinne erwirtschaften.

Doch nicht nur finanziell soll die Anlage ein Erfolg sein, auch energetisch soll sie an Wölfersheims Tradition als Energieerzeuger der Region anknüpfen, betont Bürgermeister Rouven Kötter in einer Pressemitteilung. Mit einer Anlagenleistung von 5,3 Megawatt-peak könne die Anlage theoretisch 1250 Haushalte mit Strom versorgen. Die hohe Investitionssumme müsse dabei keineswegs aus dem Wölfersheimer Gemeindehaushalt finanziert werden. »Ein solches Projekt können und wollen wir nicht alleine realisieren. Hier brauchen wir finanzielle und organisatorische Unterstützung.« stellt der Bürgermeister klar. Rund zwei Drittel der benötigten Investitionssumme sollen über Darlehen von regionalen Banken finanziert werden. Der Restbetrag soll von weiteren Partnern kommen, die vom Projekt profitieren könnten: Kötter hofft, das insbesondere die Wölfersheimer Bürger über einen »Wölfersheimer Solarbrief« an der Realisierung dieses Zukunftsprojektes mitwirken und mitverdienen.

Darüber hinaus sei es vorstellbar, dass die Mittelhessische Energiegenossenschaft oder auch andere Kommunen an dem Projekt partizipieren. Entsprechende Gespräche wurden laut Kötter bereits aufgenommen. Die Gemeinde Wölfersheim selbst wolle mit dem Projekt den Etat nicht belasten, sondern ein ökologisch sinnvolles und nachhaltiges Projekt mit ökonomischem Erfolg und somit einem Plus für die Gemeindekasse realisieren.

Für das umfangreiche Vorhaben wurde bereits eine Machbarkeitsstudie des Wohnbacher Unternehmens Biokraftwerke Wolf bestellt. Firmengründer Jürgen Wolf präsentierte die Studie kürzlich in den Fachausschüssen und beantwortete alle aufgeworfenen Fragen zur Realisierung. Die Ausschüsse sprachen danach für die Gemeindevertretung eine eindeutige Annahmeempfehlung aus. Kötter: »Von daher ist damit zu rechnen, dass auch das Gemeindeparlament die Vorlage annehmen und damit den Startschuss für den Solarpark Wölfersheim geben wird.« Damit würde die Arbeit für die Gemeindeverwaltung jedoch nicht aufhören, sondern erst richtig losgehen. »Wir haben im Rathaus bereits eine Projektgruppe für dieses komplexe und umfangreiche Vorhaben ins Leben gerufen. Ein solches Projekt realisiert man nicht nebenbei.« Um alle Herausforderungen zu meistern, sei bereits Kontakt mit erfolgreich arbeitenden Solarparkbetreibern sowie weiteren Beratern aufgenommen worden. Ziel sei es, der Gemeindevertretung in ihrer März-Sitzung alle notwendigen Fakten zu einer abschließenden Entscheidung vorzulegen. Nur so sei es möglich, dass der Solarpark Wölfersheim noch 2012 ans Netz geht und man von der höheren Einspeisevergütung profitieren kann.

Kötter: Kein externer Projektentwickler

Noch seien aber viele Dinge zu klären, betont Kötter: So müsse beispielsweise gewährleistet sein, dass das Areal, auf dem der Park entstehen soll, als sogenannte Konversionsfläche anerkannt wird. Ein Solarpark auf dem Grundstück, das früher das Gelände des Kraftwerks am Wölfersheimer See beherbergte, werde so nicht auf wertvollen Ackerböden, sondern auf einer schwer nutzbaren ehemaligen Industriefläche entstehen.

Auch die Geschäftsform des Solarparks ist noch nicht geklärt. Klar sei jedoch, dass das Projekt nicht im Rahmen des Haushaltes der Gemeinde finanziert werde und aus steuerlichen Aspekten die Gründung einer eigenen Gesellschaft angestrebt sei. Innerhalb dieser Gesellschaft soll das »Heft des Handelns« laut Kötter immer in der Hand der Gemeinde liegen. Ein externer Projektentwickler, der das Projekt nach eigenen Vorstellungen realisiert, sei nicht gewünscht. »Nur so ist gewährleistet, dass das Projekt nicht nur nachhaltig Energie für die Region erzeugt. Vielmehr ist damit auch gesichert, dass die finanziellen Gewinne der Anlage nicht in den Kassen von Großkonzernen landen, sondern hier bei den Menschen in der Region ankommen«, sagte Kötter abschließend.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 16.01.2012 - 14.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang