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Weingartenstraße beherrscht die Diskussion

Artikel vom 04.02.2010 - 02.00 Uhr

Weingartenstraße beherrscht die Diskussion

Wölfersheim (sto). Zu einem Informationsabend über die Verkehrsberuhigung in Södel und Wölfersheim hatte die Gemeinde am Dienstagabend in die Wetterauhalle eingeladen. Rund 25 Bürger interessierten sich dafür, beim zweiten Teil gleich anschließend war das Auditorium ungleich größer - hier ging es um die Situation in der Weingartenstraße, die in Södel zu Sporthalle, Schule und Kindergarten führt.
Allzu groß ist das Interesse nicht an der allgemeinen Verkehrsberuhigung, doch als es um die Weingartenstraße geht, füllt sich d
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Allzu groß ist das Interesse nicht an der allgemeinen Verkehrsberuhigung, doch als es um die Weingartenstraße geht, füllt sich der Saal. (Foto: sto)
Aufgrund der Beschwerden von Anwohnern wurden bereits ganz Melbach und Södel südlich der Melbacher und Oppershofener Straße in Tempo-30-Zonen umgewandelt. Das solle nun auch in den anderen Bereichen der Gemeinde geschehen, erläuterte Bürgermeister Rouven Kötter und sprach von guten Erfahrungen in Melbach. In Sachen Verkehrsberuhigung seien Nachbarkommunen schon weiter, andererseits hätten in Wölfersheim Verkehrsmessungen ergeben, dass in der Regel nicht zu schnell gefahren werde. Die Anwohner empfänden aber eine subjektive Gefahr. Besonders zu schützen gelte es die 1342 Wölfersheimer Kinder.

Die Gemeinde habe sich auch unter dem Aspekt der Lärmreduzierung zu flächendeckenden Tempo-30-Zonen in den Wohn- und Gewerbegebieten entschlossen. Ausgenommen seien die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, für Södel und Wölfersheim also die Melbacher, Oppershofener, Wohnbacher, die See- und die Hauptstraße zwischen Wohnbacher und Seestraße.

An allen Einmündungen der Zonen und Ausfahrten werden im Frühling Schilder angebracht und auf der Fahrbahn Hinweise angebracht. Verbotswidriges Verhalten könne geahndet werden, ein Abkassieren der Fahrer, so Kötter, sei aber nicht das Ziel.

In der Seestraße soll durch zwei Maßnahmen langsamer gefahren werden: durch den Kreisel an der Einmündung von Hauptstraße und Heyenheimer Weg, und durch ein noch nicht näher beschlossenes Hindernis an der Ortseinfahrt von Berstadt her. Die Baumaßnahmen an der Seestraße sollen im späten Frühjahr beginnen und ein Jahr dauern. In dieser Zeit hoffe man auf eine großräumige Umgehung Wölfersheims.

Als zentrales Problem des Abends erwies sich die Weingartenstraße in Södel. Anwohner hatten mit einem Beschwerdebrief und einer Unterschriftenaktion den aktuellen Zustand ins Gespräch gebracht. Daraufhin sei, so Kötter, ein Verkehrsplaner tätig geworden. Derzeit werde eine Straßenseite weitgehend zugeparkt. Da manche Einwohner dadurch Probleme hätten, aus ihren Höfen zu fahren, parkten sie ebenfalls auf der Straße, was die Situation zusätzlich verschlechtere. Zudem würden viele der rund 450 Kinder zum Kindergarten und zur Grundschule gebracht und abgeholt. Des Weiteren herrsche abends und an den Wochenenden reger Betrieb in der Turnhalle.

Kritisch wurde angemerkt, dass die Jim-Knopf-Schule errichtet, der Kindergarten erweitert und das Angebot in der Turnhalle erhöht worden sei, ohne die Infrastruktur darauf einzustellen. So werde die Weingartenstraße auch von Kindern stark benutzt.

Kritik übten Anwohner auch daran, dass Bauaushub und Material für Baustellen in Södel auf dem Parkplatz der Turnhalle gelagert und von dort mit Radladern durch die gesamte Weingartenstraße gefahren werde. Das werde er prüfen lassen, sagte Kötter zu.

Zur Abhilfe sieht Kötter zwei Möglichkeiten: Die Weingartenstraße wird Einbahnstraße mit Einbeziehung des derzeitigen Feldwegs westlich des Sportplatzes. Laut dem Bürgermeister würde das 150 000 Euro kosten. Auch müssten die Anwohner längere Fahrten in Kauf nehmen. Als bessere Lösung schlug Kötter vor, wechselseitig Parkplätze zu markieren. Auf Probe könne man etwa 16 Parkplätze ausweisen. Auf den Vorschlag aus dem Auditorium hin, die Plätze für Anwohner zu reservieren, gab der Bürgermeister zu bedenken, ein Anwohnerparkschein sei kein »Persilschein« für einen Parkplatz. Ein personenbezogener Parkplatz sei im öffentlichen Verkehrsraum rechtlich nicht zu realisieren.

Mit der Aussicht auf ein weiteres nachbarschaftliches Gespräch der Anwohner und einen späteren Ortstermin mit Gemeindeverwaltung und Verkehrsplaner endete die Versammlung.

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Artikel vom 04.02.2010 - 02.00 Uhr
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