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Pfarrer Kay Wick sorgt für volle Kirchenbänke

Artikel vom 08.01.2012 - 09.00 Uhr

Pfarrer Kay Wick sorgt für volle Kirchenbänke

Wölfersheim-Södel-Melbach (sda). Traditionelle Orgelklänge, liturgische Sprechgesänge und ein predigender Pfarrer – viele schreckt das ab, die Kirchenbänke bleiben leer. Doch das muss nicht sein: Kay Wick, evangelischer Pfarrer in Södel und Melbach, schafft es, regelmäßig die Kirchenbänke zu füllen.

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Mit selbstgestalteten Plakaten wirbt Pfarrer Kay Wick für die Gottesdienste. Mit Erfolg: Immer mehr Besucher kommen in die Kirche. (Foto: sda)
Mit seinem Konzept »Gottesdienst mal anders« wolle er den Menschen zeigen, dass Glaube etwas mit dem alltäglichen Leben zu tun habe, und nicht nur Sonntagmorgens hinter dicken Kirchenmauern existiere, sagt Wick.

Seit 2008 ist Kay Wick evangelischer Pfarrer in den beiden selbstständigen Kirchengemeinden Södel und Melbach. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde ihm schnell klar: »Es muss sich etwas ändern«, denn immer weniger Menschen seien in die Kirche gekommen. Jugendliche habe er kaum noch in dem Gotteshaus angetroffen.

Also hatte er eine Idee: »Ich wollte einmal im Monat einen Abendgottesdienst veranstalten.« Gesagt getan: Neben den normalen Sonntagsmessen findet monatlich in einer der beiden Gemeinden abends ein Gottesdienst statt.

Theaterstück, Band und Spiele

Wicks Hauptgedanke: »Ich will die Form an das heutige Empfinden anpassen und auf die Lebenswelt der Menschen eingehen.« Gleichzeitig stehe aber der christliche Glaube im Mittelpunkt. Die Verknüpfung von moderner Lebenswelt und christlicher Lehre ist ihm gelungen: Mit Mitmachspielen, einer Kirchenband und gelegentlichen Theaterstücken vermittelt er die christlichen Werte während der Gottesdienste auf besondere Weise. »Einmal haben wir ein Ratespiel gespielt«, erzählt er. »Dazu wurden Karten mit Auszügen aus verschiedenen Liedversen verteilt.« Einige Besucher hatten eine Karte mit der ersten Zeile eines Liedes in der Hand. Die Fortsetzung stand auf einer anderen Karte. Zu Sätzen wie »Macht hoch die Tür, die Tor macht weit« galt es dann, die zweite Zeile zu finden (»Es kommt der Herr der Herrlichkeit«). »Alle haben mitgemacht und die Lösung in den Raum gerufen«, erinnert sich der Pfarrer. Auf diese Weise könne man den Menschen die christlichen Inhalte spielerisch beibringen.

Auch die Geschenke, die die Besucher beim Verlassen der Kirche erhielten, hätten einen direkten Bezug zu den religiösen Texten: »An Weihnachten gab es Tannenzweige mit Bibelversen.« Und die typische Kirchenmusik wurde in den Abendgottesdiensten durch eine moderne Band ersetzt: Mit Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und etlichen Sängern sorgen die Musiker für fetzige Töne im Gotteshaus. »Am besten kommen die englischen Lieder bei den jungen Besuchern an«, weiß der Theologe. Diese Lieder würden jedoch gelegentlich auf Unmut bei den älteren Generationen stoßen.



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