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»Überall auf der Welt bin ich Argentinien«

Artikel vom 03.06.2011 - 09.07 Uhr

»Überall auf der Welt bin ich Argentinien«

Wetzlar (one). Die Premiere von »Evita« war ausverkauft, aber das Wetter zwang die Musicalgruppe der Goetheschule wie im vergangenen Jahr in die Stadthalle. Statt auf der Freilichtbühne im Rosengärtchen spielte das Orchester im Kellertheater, die Musik musste auf die Bühne übertragen werden.

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Strahlende Heilige: Anna Rühl als Evita.
Dort verfolgten 1064 Premierengäste den steilen Aufstieg und das bittere Ende der argentinischen Volksheiligen Eva Duarte de Perón, genannt Evita. Als strebende Präsidentengattin debütierte die erst 17-jährige Anna Rühl in einer reizend adretten, mal euphorischen, mal kühlen Darstellung. »Evita« ist die 30. Musicalproduktion der Goetheschule und der Auftakt zur diesjährigen Wetzlarer Festspiel-Saison. Inszeniert wurde die deutsche Fassung von Martin Schmidt und Julian Goletzka, die Musik stammt von Musical-Meister Andrew Lloyd Webber und das Libretto aus der Feder von Tim Rice.

Evita überstrahlt sie alle. In einem bezaubernden weißen Prinzessinnenkleid hebt die zierliche Anna Rühl die Arme zum Appell ans Volk: »Wein nicht um mich Argentinien.« Das ist zu Anfang bereits eine Rückblende auf den Höhepunkt von Evitas Karriere und zugleich ist es der bekannte Song dieses Musicals - einer, auf den jeder im Saal wartet. Die 17-jährige Schülerin meistert ihn mit frischer jugendlicher Leichtigkeit, viel Anmut und Professionalität. Und das obwohl sie wegen des Wetters den Dirigenten Martin Spahr nur auf einem Bildschirm zu Gesicht bekommt.

Ein raumgreifender Che

Der eigentliche Anfang der Handlung, die bis auf wenige Ausnahmen durchgängig gesungen wird, ist das Ende, nämlich die Bekanntgabe von Evitas Tod in einem Kino in Buenos Aires 1952. Hier tritt zum ersten Mal der junge Che in Erscheinung, bärtig, kräftig und vor allem raumgreifend dargestellt von Antonio Sasso, der in der Rückblende durch Evitas Leben führt und immer wieder die Rolle des Mahnenden einnimmt.

Die junge Eva überredet als 15-Jährige den Tangosänger Augustìn Magaldi (Cornelius Schreiber), sie aus der argentinischen Provinz nach Buenos Aires mitzunehmen. Der rät zwar »Eva, geh nicht in die Großstadt«, kann sich aber dem Wunsch der Geliebten nicht widersetzen. Die Liaison ist nicht von Dauer, da Eva sich gerne mit Männern umgibt, die ihr von Nutzen sind. Ebenso schnell serviert sie diese ab, was in Wetzlar mit Akribie in einer schönen Arztpraxisszene gezeigt wird, in der die gefoppten Herren von Doktor Che zurück ins Wartezimmer geschickt werden.

Der eine Mann, zu dem Evita sagt: »Ich wäre wirklich gut für dich«, ist der Militär Juan Perón (Florian Moll), der zur selben Zeit seine Macht festigen will, wie Evita vom Model zur Schauspielerin aufsteigt.

Ein rockiges Versprechen



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Artikel vom 03.06.2011 - 09.07 Uhr
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