Wetzlar (vh). Noch gibt es von dem Täter oder den Tätern laut Staatsanwaltschaft in Wetzlar keine konkrete Spur. Umso deutlicher zog sich dagegen am späten Freitagnachmittag eine Spur des öffentlich geäußerten Protestes, die rund 400 stumme und friedliche Demonstranten vom Buderusplatz über Karl-Kellner-Ring, Lahnstraße, Eisenmarkt, Krämerstraße bis zum Domplatz führte.
Der stumme und friedliche Mahngang gegen Neozazis in Wetzlar und Umgebung führte die Lahnstraße hoch in die Wetzlarer Altstadt bis zum Domplatz mit Kundgebung. (Foto: vh)
An der Spitze des unter dem Motto »Bunt statt braun« stehenden Zweckbündnisses für Frieden und Demokratie in Wetzlar gingen Oberbürgermeister Wolfgang Dette (FDP), der Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster (SPD) und der Regionsvorsitzende Mittelhessen der IG Metall, Ernst Richter. Die Polizei hatte kurz nach 17 Uhr den Demonstrationsweg abgesperrt, ein Lautsprecherwagen fuhr voraus und man bat um Verständnis für die kurzzeitige Verkehrsbehinderung. Ein Banner mit der Aufschrift »Wetzlar - Hände weg von unserer Stadt« wurde dem Zug voran getragen. Unübersehbar waren auch die gelbbroten Gewerkschaftswimpel, die bei einigen Passanten den Eindruck erweckten, es handele sich um eine Gewerkschaftsveranstaltung. Auf dem Domplatz angekommen, verlasen Dette, Schuster und Richter ihre Protestnoten gegen die seit März 2008 agierende Gruppe von Neonazis, die sich als Anti-Antifa oder autonome Nationalisten bezeichne, so Richter. Sie versuche an Namen und Adressen ihrer Gegner zu gelangen. Auf das Haus des Wetzlarer Pastoralreferenten Joachim Schaefer war in der Nacht auf den 5. März - wie berichtet - ein Brandanschlag verübt worden.