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07.02.2010 - 18.00 Uhr
Fastnacht in Wißmar edle Götterspeise
Wettenberg (m). »Es schalte ein Ruf wie Donnerhall: ›Veni, vidi, Wißmar!‹ Die Götter sind mit uns.« So lautete das Motto der Wißmarer Saalfastnacht. Und Sitzungspräsident Ralf »Zeus« Nees rief sie alle: Poseidon, Hades, Demeter, Hera und Ares, Metis und Athena und mit ihnen die Urgottheiten und Titanen.
Was am Freitag und Samstag im Bürgerhaus-Olymp jeweils über fünf Stunden lang von insgesamt rund 150 Mitwirkenden geboten wurde, war echte Götterspeise und erste Sahne. Traumhaft und bezaubernd dabei die Kostüme und Maskeraden.
Leider zum letzten Mal als »Ali« dabei: Marc Nees, der brillante Büttenredner, ein alter Hase auf dem närrischen Parkett. Und ein Austeiler: »Vakuum - das ist wie Kirmessamstag in Krofdorf!« Alle zwei Jahre gibt es die Fremdensitzung in Wißmar, wo man verkleidet und maskiert zur Sitzung geht. Unter den Gästen Vereinsobmann Gerhard Lösch, Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt und »der Neue«, Thomas Brunner. Beide oft das Objekt närrischer Betrachtungen. Wie etwa bei Christina »Stine« und Anette »Adelheit« Rink: »Kaum i’ess de Gierhard kaan Birchermaaster mie, weätt es Streusaalz knapp!« Natürlich bekamen auch die Vertreter der Fassenacht aus Launsbach und Krofdorf-Gleiberg ihr Fett weg.
Jens Prinz zog als »Köllsche Jung« vom Leder: »Wenn es den neuen Rathauschef wohnungsmäßig Mal nach Wettenberg ziehen sollte, wo wird er wohnen? In Wißmar? Dann wählen ihn die Krofdorf-Gleiberger nicht wieder - und umgekehrt. Also Launsbach! Von wegen - dann wählt ihn niemand mehr!« An tänzerischer Klasse und Farbenpracht war der Auftritt der Showtanz-Formation »Rhythm’ Nation« nicht zu überbieten. Eine Glanzleistung, mit der ausdrucksstark eine Mischung aus Tarzanstory und Urwaldleben vermittelt wurde. Ein Jahr hatten die 25 Jungen und Mädchen für diesen Auftritt geprobt.
Anspruchs aber auch das, was sonst geboten wurde an Tänzen und Gesang: Die »Carnevalitos«, Akteure aus den Reihen der Sängervereinigung »Germania-Eintracht« nahmen die Narren mit auf eine musikalische Weltreise. Die »Strickers and friends« erwärmten mit einem Kasatschok das Publikum. Die Bänkelsänger schickten Asterix & Co. in den heldenhaften Kampf eines kleinen Dorfes an der Lahn. Das Männerballett brachte die Frauen im Saal aus dem Gleichgewicht. Die drei »Flying Greens« ließen blaue und rote Pois wirbeln - eine beeindruckende Jonglage mit leuchtenden Kugeln.
Die »Tipsy Ladies«, zehn himmelsgleiche Wesen, hatten anfangs den Saal in Stimmung gebracht. Die »Concerses«, 13- bis 15-jährige Schüler, empfahlen sich mit einem Tanz. Die Götter waren auch mit Lea und Florian Mülich, die sich als Wißmarer Prinzenpaar empfahlen, und mit den »Hanjern«, die ihren Sketch unter Leitung von Edith Scheitler vorbereitet hatten, sich weltbereist präsentierten und den Kirmesschlachtruf ins Altgriechische übersetzten.
Die »Riehgäng« gab einen Krämermarktsketch und erzählten »Kroffdicher« Märchen. Volker Opper stand als »Brombeerpflücker« in der Bütt’, und vom Feuster-Clan trugen Papa Peter und Tochter Siri einen heftigen Geschlechterkampf aus - verbal. »Sag’ die Wahrheit« hieß die Sendung in der Fernsehshow, jener Kultnummer mit Wißmarer Originalen, die seit 30 Jahren Bestand hat. Für Bewegung im Publikum sorgten die »Drill Instructors«, Tamara und Marie-Cathérine Simon.
Zum großen Finale dann das Wißmarer Fastnachtslied: „Ritz am Baa, Ritz am Baa, so singt heut’ die ganz Gemaa!«