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Wettenberger Winterkonzert: Mit Klassik ins Neue Jahr

Artikel vom 09.01.2012 - 18.22 Uhr

Wettenberger Winterkonzert: Mit Klassik ins Neue Jahr

Wettenberg – Das Neujahrskonzert im Rahmen der Wettenberger Winterkonzerte am Sonntag in der voll besetzten evangelischen Kirche zu Wißmar bot all das, was viele zu solch einem Anlass erwarten – nachdenkliche ebenso wie mitreißende oder Zuversicht spendende Momente.

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Sebastian Krystek (Trompete), Jens Amend (Orgel) und Ariane Köster (Violine) beim Schlussapplaus (Foto: jou)
Einen weihevoll-ernsten Auftakt bildete das Andante aus Giovanni Vivianis Sonate Nr. 1 C-Dur. Der anschließenden Fanfarenmelodie gab Trompeter Sebastian Krystek mit seiner brillanten Tongebung gehörig Prägnanz. Von Jens Amend an der Orgel wurde er bestens unterstützt. Erbaulich aufs Gemüt wirkende Energie verlieh Amend dem Präludium D-Dur BWV 532 von Johann Sebastian Bach in seiner ebenso kristallklaren wie finessenreichen Interpretation. Den ausgedehnten akkordischen Ausklang ließ er in aller Breite dahinströmen. Bemerkenswert schien bei der Fuge, dass trotz des zügigen Tempos nichts verwischte, man vielmehr den raffinierten Aufbau genau nachvollziehen konnte. Eine künstlerische Meisterleistung, die keinen Vergleich zu scheuen brauchte.

Im Largo-Kopfsatz aus Bachs Sonate c-Moll fühlte sich Violinistin Ariane Köster inspiriert in die leidenschaftlichen Ausdrucksdimensionen ein und wurde von Amend angemessen dezent begleitet. Ein gleichermaßen nuanciertes, fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel ergab sich im Allegro; hier waren beide Instrumente ebenbürtig. Demgegenüber untermalte die Orgel im Adagio effektvoll die elegischen Violinkantilenen. Mit vornehm-schlankem Klangbild und gut passender schlicht-eleganter Gestaltung trug das Duo das Allegro-Finale vor. Einen festlichen Höhepunkt markierte Georg Philipp Telemanns Sonate D-Dur für Trompete und Orgel. Zu dem starke Leuchtkraft entwickelnden Allegro kontrastierte das weich intonierte Grave, das in der sensiblen, doch unpathetischen Darbietung besonders nahe ging. Das Finale knüpfte mit seiner melodischen Frische und feierlichen Unbeschwertheit an den ersten Satz an.

Für Überraschung sorgte das etwas aus dem Rahmen fallende Orgelstück »Salamanca« des Schweizer Komponisten Guy Bovet. Im gemäßigt modernen Stil erfüllte es das Gotteshaus durch eingängige folkloristische Elemente mit südländischer Atmosphäre. Nahtlos ins Programm fügte sich hingegen Gottfried Fingers barocke Sonate Nr. 3 für Trompete, Violine und Orgel ein. Bezaubernd mutete der thematische Dialog zwischen dem Blas- und Streichinstrument in den beiden Andantes an. Das Ensemble ließ im Ganzen mit seiner flexiblen Interaktion und unaufdringlichen, gleichwohl expressiven Musizierweise keine Wünsche offen.

Virtuose Akzente setzte Amend solistisch im Festpostludium über »O du fröhliche«, reizte mit sicherem Empfinden den sonoren, ausbalancierten Klangcharakter der Orgel aus. Die Triobearbeitung des Bachschen Chorals »Jesu bleibet meine Freude« gab den Hörern reichlich Optimismus mit auf den Heimweg.

Sascha Jouini

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Artikel vom 09.01.2012 - 18.22 Uhr
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