Schunk, Stadtwerke und Gemeinde profitieren von moderner Technik
Wettenberg (so/pm). Eine Fabrik, rund 50 Häuser – und nur eine Heizung. So kann sich die Wärmeversorgung im Krofdorfer Norden schon bald darstellen. Auf dem Schunk-Areal im Krofdorfer Norden haben die Stadtwerke Gießen die bestehende Heizungsanlage grundlegend modernisiert, ein Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung installiert und zugleich in den vergangenen zwei Jahren dafür Sorge getrage, dass das nahegelegende Baugebiet »Baumäcker« über ein Leitungsnetz mit Wärme versorgt werden kann.
Die Gemeinde hat Stadtwerke und Schunk zusammengeführt – es profitieren alle drei Partner von der Kooperation bei der Wärmeversorgung.
Auch die Unternehmen in dem dazwischen liegenden Gewerbgebiet »Heegweg« haben die Möglichkeit, sich anschließen zu lassen. Zusammengeführt hat die Kooperationspartner die Gemeinde, konkret Bürgermeister Gerhard Schmidt und Umweltberater Michael Krick.
»Es ist ein schönes Projekt, denn es hat sich für uns gerechnet«, zeigte sich Schunk-Bahn- und Industrietechnik-Geschäftsführer Stefan Schaaf zufrieden mit der Lösung für die in die Jahre gekommene und nun zukunftsfähig gemachte Heitzung. Und die Stadtwerke haben ihren künftigen Nutzen im Verkauf von Wärme, denn die Anlage bei Schunk reicht aus, das ganze angrenzende Viertel und mehr noch mit zu versorgen.
Alles in allem haben die Stadtwerke 470 000 Euro investiert an in die Heizugsanlage und das 1700 Meter lange Leitungsnetz. Die Energie-Ersparnis liegt bei bis zu 48 Prozent. Nun setzt der technische Direktor Reinhard Paul darauf, dass die Wärme aus der Leitung auch angenommen wird. Vorteil für die Verbraucher: Sie benötigen keine eigene Heizung, keinen Schornstein, bekommen die Wäme ins Haus geliefert. Auch wenn die Stadtwerke an der Abgabe ihre Wärme in jedes Haus interessiert sind, besteht im Baumäcker-Viertel kein Anschlusszwang, kann stattdessen beispielsweise auf ein Passivhaus oder beispielsweise Heizen mit Holzpellets sowie Solartechnik setzen. Am Anfang wurden ökologisch orientierte Techniken ebenso wie der Anschluss an die SWG-Wärme auch von der Gemeinde gefördert. Derzeit werden bereits zwölf dort entstandene Einfamilienhäuser mit Wärme beliefert, die als Abwärme aus der Stromerzeugung bei Schunk kommt.
Das Thema »Energieeffizienz« gewinnt bei der Schunk-Gruppe zunehmend an Bedeutung.
Am Standort Wettenberg mit insgesamt 300 Beschäftigten setzt Schunk auf innovative Technik im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung, so Unternehmenssprecherin Andrea W. Gossel gestern. Die Kraft-Wärme-Kopplung als Prinzip zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom trägt aufgrund des hohen Wirkungsgrades von etwa 80 Prozent zur Senkung der Energiekosten bei und ermöglicht die Einsparung von Primärenergie.
Für die Beheizung der Fertigungshallen und Verwaltungsräume der Schunk Bahn- und Industrietechnik GmbH, der Schunk Sonosystems GmbH und der Schunk Modultechnik GmbH in Krofdorf sorgt seit Dezember ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW). Die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme wird direkt in das Fernwärmesystem der Stadtwerke Gießen eingespeist.
Im Rahmen eines Vertrags wurde vereinbart, dass die SWG die Investitionen für die Heizung übernehmen sowie gleichzeitig die Wärmeversorgung, den Betrieb und die Überwachung der Anlage gewährleisten.
»Mit dem Projekt haben wir nicht nur ein energieeffizientes Wirtschaften der drei Schunk Gesellschaften am Standort Wettenberg ermöglicht, damit wurde auch der Grundstein für ein beispielhaftes Energiemanagement gelegt«, freute sich Stefan Schaaf. (Foto: so)