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Schulprojekt Krofdorf-Gleiberg bleibt in Arbeit

Artikel vom 15.01.2012 - 11.50 Uhr

Schulprojekt Krofdorf-Gleiberg bleibt in Arbeit

Wettenberg (so). Das 1965/66 errichtete Grundschulgebäude in Krofdorf-Gleiberg am Kastanienweg ist dringend sanierungsbedürftig. . Der Handlungsbedarf ist beim Kreis als Schulträger, in der Schulgemeinde und bei der Gemeinde Wettenberg unstrittig. Zu beantworten sind in den kommenden Monaten mehrere zentrale Fragen, darunter die des Standorts.

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Argument der Grundschulneubaugegner an der Burgstraße: Dort war bis 1911 der Krofdorfer Friedhof. (Fotos Geck/3, Archiv/1)
Die Mängel sind bekannt, reichen von undichten Fenstern über ungenügende Dämmung und in Folge zu hohem Energieverbrauch bis hin zu Kapazitätsengpässen. Es fehlt an Fläche für Fachräume. Das Toilettenhaus auf dem Hof ist alles andere als zeitgemäß.

Der Prozess der Vorüberlegungen zieht sich seit einigen Jahren hin. Die Gemeinde strebt über die reine Erneuerung der Schule hinaus ein Familienzentrum an.

Während sich der Kreis sowie die Gemeindegremien einstimmig für einen Neubau an der Burgstraße auf dem Bolzplatz/Bouleplatz und der Grünanlage ausgesprochen haben, unmittelbar neben dem Finkenweg-Kindergarten, gibt es neuerdings vor Ort Stimmen dagegen: und für den Erhalt der Grundschule auf dem jetzigen Gelände am Kastanienweg unter Einbeziehung der 1913/14 gebauten Volksschule.

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Kommt noch einmal auf den Prüfstand: Das für einen Neubau mit Schule und Familienzentrum avisierte Gelände.
Die Kritiker äußerten in einem Brief ans Rathaus und an die politischen Kräfte erhebliche Bedenken: Der avisierte Neubaustandort sei »ein ökologisch wertvoller innerörtlicher Trittstein«. Das Areal werde »von vielen Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlicher (…) Weise intensiv genutzt«. Nicht zuletzt war dort von 1860 bis 1911 der Krofdorfer Friedhof, etwa 1500 Menschen wurden an der Burgstraße bestattet. Die Kritiker sagen, bei den Erdarbeiten für einen Neubau würden zahlreiche sterbliche Überreste ausgegraben, was viele Bürger pietät- und gedankenlos fänden. Ein Familienzentrum mit Schule könne am bisherigen Schulstandort gut integriert werden, ist die Auffassung der Neubaukritiker, zu denen lokalgeschichtlich Interessierte wie etwa Manfred Schmidt und Helmut Leib sowie Dr. Siegfried Träger gehören, aber auch Altbürgermeister Günter Feußner, in dessen erstem Amtsjahr die heutige Grundschule gebaut worden war.



Fragen zum Friedhof zu prüfen



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Die alte Volksschule Krofdorf-Gleiberg aus 1913/14 beherbergt derzeit die Kinder der Grundschule Atzbach.
Bürgermeister Thomas Brunner hat in dieser Woche umgehend geantwortet. Hinsichtlich des früheren Friedhofs stünden weitere Prüfungen auch durch Bodenproben an. Aus Karten und Aufzeichnungen lasse sich nicht mehr die genaue Lage ersehen. Als gesichert gilt, dass eine Belegung nur bis 1911 stattfand. Allerdings haben mit der Neuanlage des Friedhofs an der Talstraße keine Umbettungen dorthin stattgefunden. Erst in den 1930er Jahren, als ein Gefallenen-Denkmal errichtet wurde, seien Gebeine umgebettet worden. Zu Beginn der 1950er Jahre jedenfalls sei der ehemalige Friedhof bereits als Wiese kartiert gewesen. Der Bolzplatz mit der Grünanlage war in den 1970ern im Zusammenhang mit dem benachbarten Kindergartenneubau angelegt worden. Dabei waren wohl keine Gebeine zutage getreten. – Neben den eigenständigen Friedhofsrecherchen der Gemeinde will Brunner im Frühjahr die Bürger um Meinungen, Ideen und Vorschläge zum Neubau plus Familienzentrum bitten – auf einer onlinegestützten Diskussions-plattform einerseits, in offenen Gesprächen und Versammlungen andererseits. Dazu gehöre, wenn gewünscht, erneut die Standortabwägung, sagte der Bürgermeister gestern auf Anfrage. Denn er wolle die Menschen mitnehmen und wolle wissen: Wie wird die Standortfrage von den Bürgern gesehen?



Vorentscheid in den Gremien



Die seitherige Vorentscheidung für einen Neubau – favorisiert von den politischen Gremien, dem Kreis und der Schulgemeinde – war ebenfalls mit Argumenten untermauert, darunter der Nachbarschaft zum Kindergarten Finkenweg. Die Gemeinde bringt ein Grundstück im Wert von rund einer halben Million Euro ein, das Familienzentrum kann so kostengünstig in den Neubau integriert werden. Würde auf dem Grundstück Burgstraße/Kastanienweg neu gebaut oder komplett saniert, wäre eine vorübergehende Unterrichtsverlagerung nötig, die rund 200 000 Euro pro Jahr kostet. Und am angestammten Ort sei aus Platzgründen ein Familienzentrum nur erschwert zu integrieren, müsste gegebenenfalls anderenorts mit erhöhtem finanziellen Aufwand errichtet werden.



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Artikel vom 15.01.2012 - 11.50 Uhr
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