Helmut Wallwaey neben Steffen Rinn neuer Jagdpächter
Wettenberg (m). Die Verpachtung des wald- und wildreichen, mithin überaus attraktiven Jagdreviers Krofdorf-Gleiberg ist seit mittlerweile 80 Jahren aufs Engste verbunden mit dem Namen Rinn. So lange nutzt die Familie den Jagdbezirk Krofdorf-Gleiberg - aktuelle Jagdpächter waren resp. sind die Brüder Steffen und Jürgen Rinn, wobei sich Letzterer nun aus dieser Verantwortung zurückzog.
Helmut Wallwaey, Gerhard Schmidt, Thomas Brunner, Kerstin Rinn, Bernd Schlierbach und Karl-Heinz Schmidt nach der Vertragsunterzeichnung bei der Spendeübergabe. (Foto: m)
Nachfolger ist Helmut Wallwaey, der in der Gemeindeverwaltung Wettenberg die Verlängerung des Jagdpachtvertrags gemeinsam mit Jagdvorsteher Bernd Schlierbach, dessen Stellvertreter Karl-Heinz Schmidt, Bürgermeister Thomas Brunner und Kirsten Rinn, der Ehefrau des beruflich verhinderten Steffen Rinn, unterzeichnete.
Die Verlängerung dieser Bindung wertete der Bürgermeister als die erfreuliche Fortführung einer funktionierenden Partnerschaft. Gleichzeitig sei dieser formale Akt viel mehr, nämlich Beweis und Ausdruck einer vertrauensvollen und harmonischen, um stetenn Interessensausgleich bemühte Beziehung von Jagdgenossen mit Jagdvorstand, Jagdpächtern, Forst und Kommune als dem Jagdgenossenschaftsmitglied mit der größten Flächenanteil. Diese Einschätzung wurde von allen Beteiligten unterstrichen.
Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Bernd Schlierbach nannte den Vertrag einen »weiteren Meilenstein«. Er erläuterte gemeinsam mit seinem Stellvertreter die Modifizierung mehrerer Vertragklauseln, wie etwa die Einführung einer Wildschadenspauschale für den Gemeindewald in Höhe von 2 000 Euro, die, unabhängig davon, ob Wildschäden vorliegen oder nicht, jährlich von der Jagdgenossenschaft an die Gemeinde abgeführt wird. Durch diese Pauschale werden Pächter und Verpächter von sämtlichen Ansprüchen freigestellt. Darüber hinaus wurde Verhandlungen zur Minimierung der finanziellen Risikensowie zur Ursachenforschung und Reduzierung der Wildschäden aufgenommen. Alle Maßnahmen sindin einem Zeitfenster von drei Jagdjahren zu betrachten. Überschreitet der Wildschaden 100 Prozent des Pachtpreises, so hat der Jagdpächter ein Sonderkündigungsrecht. Diese Neuregelungen dokumentierten auch das neue Selbstverständnis der Jagdgenossenschaft, dass man sich als Dienstleister verstehe, sagte der Jagdvorsteher. Gleichzeitig informierte er ergänzend über das abgeschlossene Digitalisierungsverfahren des Jagdgebiets, wobei sich am Ende der Auswertung herausgestellte habe, dass es noch um rund 100 Hektar größer sei als bisher angenommen. Damit beträgt die Gesamtfläche nunmehr 1162 Hektar.
Es sei für ihn eine große Ehre, an die Stelle von Jürgen Rinn als Mitpächter treten zu dürfen, sagte Nachfolger Wallwaey, der das Revier als »Krofddicher Bub« wie seine Westentasche kennt und auf eine über 40-jährige Erfahrung in Jagd, Wildhege und Naturschutzes blickt.
Wallwaey bezeichnete den neuen Vertrag als ein vorbildlich ausgearbeitetes Regelwerk. Bernd Schlierbach war es abschließend noch wichtig darauf hinzuweisen, dass die Jagdgenossenschaft für alle Grundstückseigentümer da sei und nicht nur für die Landwirte. Das zeige auch die Neuanschaffung eines Holzspalters, den jeder Jagdgenosse kostenlos ausleihen kann. Kirsten Rinn sprach von einem Vertrauensverhältnis, das seinesgleichen suche. Ihren Mann erfülle die Fortführung des Vertrags mit großer Dankbarkeit, sei doch Hege und des Jagdreviers für ihn die Erfüllung eines großen Teils seines Lebens.
Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt war in der Runde als 2. Vorsitzende des Gleibergvereins vertreten - aus gutem Grunde: Einen Teil des Jagdpachtertrags stellte die Jagdgenossenschaftsversammlung dem Gleibergverein zur Unterstützung seiner Aufgaben zur Verfügung. Bernd Schlierbach überreichte einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Den stockte Kirsten Rinn um weitere 300 Euro als zusätzliche Zuwendung ihres Mannes als Jagdpächter auf.