Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Wettenberg »

Hells Angels nun mit eigenem Gießener Charter?

  Anzeige

Artikel vom 11.07.2014 - 11.15 Uhr

Hells Angels nun mit eigenem Gießener Charter?

Gießen/Wiesbaden (sha). Nach der Rocker-Schießerei in Frankfurt mit Kreis-Gießener Beteiligung ist ein Tatverdächtiger auf der Flucht. Besonders in und um Wißmar ist die Aufregung rund um die Hells Angels groß.

_1KREISGIESSEN37-B_183451
Lupe - Artikelbild vergrössern
© pv
Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Neues in die Welt gesetzt wird von einem Konflikt, der sich jenseits des bürgerschaftlichen Alltags abspielt und der die Polizei – zumindest in Frankfurt und im Gießener Land – in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, der ihr verschärfte Aufmersamkeit abverlangt. Eine knappe Woche lang machten Gerüchte die Runde, konnten sich verdichten an Polizeifahrzeugen, die unter anderem in Wißmar, Garbenteich und Alten-Buseck vor Gebäuden postiert waren, die dem Rotlicht-Milieu zuzuordnen sind. Frage: Hatte das mit einer Schießerei in der Hells-Angels-Szene in der Nacht zum vergangenen Donnerstag in Frankfurt zu tun? Antwort: Ja! Zumindest legt dies – wir berichteten – eine Pressemitteilung des Landeskriminalamtes nahe. Die Behörde informierte über »gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen« der Rocker. »Um ein weiteres Aufeinandertreffen« dieser Gruppierungen und damit verbundene Straftaten zu verhindern, seien »umfangreiche polizeiliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingeleitet« worden.

Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner hatte gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung bereits bestätigt, man wisse seit längerer Zeit, »dass es Menschen in Wettenberg gibt, die die Sicherheitsbehörden den Hells Angels zuordnen«. Über weiter reichende Informationen verfüge die Kommune jedoch nicht. Was bedeutet dies konkret für eine in Wißmar kursierende Vermutung, dass »der Puff schließt, und die Hells Angels sich dort etablieren wollen«? Hier verweist Brunner auf das Gaststättenrecht. Mit diesem Instrumentarium kann eine Kommune Lizenzen für das Betreiben eines Gastronomiebetriebes vergeben. Hinsichtlich des Gebäudes am Wißmarer Ortsrand habe die Gemeinde »gaststättenrechtlich immer einwandfreie Betreiber gehabt«.

Allerdings: Natürlich könne in so einem Fall auch immer jemand mit einem lupenreinen polizeilichen Führungszeugnis vorgeschickt werden. »Dann haben wir nicht mehr die geringste Handhabe.« Trotzdem: Auch wenn der Vorfall in Frankfurt »hochgradig erschreckend« war, gibt der Wettenberger Rathauschef zu bedenken: Diese gewalttätigen Machtkämpfe der Motorradrocker richteten sich gegen Szeneangehörige, »nicht gegen normale Bürger«.

Eigenes »Charter« in Gießen?

Gleichwohl ist der Staat nicht machtlos. In Frankfurt wurden die zwei regionalen Ableger der Hells Angels, sogenannte »Charter«, bereits 2011 verboten. In der vergangenen Woche teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Gießen mit, die Universitätsstadt besitze noch gar keinen eigenen Club. Gestern war jedoch auf einer englischsprachigen Homepage der Hells Angels, die alle »Charter« weltweit anzeigt, der Eintrag »Hells Angels MC Giessen Germany 2014« zu finden. Der bislang aktuellste.

Wie die »Bild«-Zeitung gestern in ihrer Frankfurt-Ausgabe berichtete, soll genau diese mögliche Gründung eines Hells-Angels-Ablegers in Gießen der Grund für die Schießerei in der Main-Metropole gewesen sein, bei der unter anderem ein 43-Jähriger aus der mittelhessischen Motorradrocker-Szene verletzt wurde. Dieser Mann wohnt im Landkreis, wurde erst im Mai dieses Jahres von einem Schöffengericht des Gießener Amtsgerichts wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.07.2014 - 11.15 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(12.07.2014 11:24)
Stefan-Krauss
Habe ich auch beobachtet
Diese Regelmäßigen Treffen dieser Herrschaften konnte ich auch schon regelmäßig beobachten.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Menschen über Jahre hinweg Autos im Bereich von 100.000 Euro und mehr fahren können und dabei gerade mal einen Hauptschulabschluss haben und erwerbslos sind, bzw. als "Wirtschafter" in einem Bordell auf 400 Euro Basis gemeldet sind und keiner wird stutzig. Keiner wird ungemütlich. Stattdessen dürfen diese Jungs die Westanlage räumen und werden noch nicht mal ordentlich belangt dafür.
Was ist denn an dieser Stelle mit dem Finanzamt ? Wenn ein Selbstständiger einen Lamborghini für 250.000 Euro kauft oder least, schaut der Betriebsprüfer sofort nach was da los ist.
Wenn ein Mitglied einer für Kriminalität und Brutalität bekannten Vereinigung jedoch ein 250.000 Euro Auto fährt, passiert irgendwie nichts.
Ich fühle mich von diesem unseren Staat nicht mehr ausreichend geschützt. Kann es wirklich sein, dass ein Krimineller "too big to fail" geworden ist ?
(11.07.2014 23:39)
xrorschachx
Weiter so!!!
Seit einigen Jahren schon beobachte ich mit steigender Verwunderung und Sorge, wie sich in Giessen in aller Öffentlichkeit rund um den Stadtbekannten Aygün M. ein durch und durch nach mafiösen Strukturen organisierter Clan formiert, der weit über die "Szenengrenzen" hinaus agiert. Schutzgelderpressung und Zwangsprostitution gibt es nicht nur im Fernseher sondern direkt vor unserer Tür und unseren Augen. In einem Eiscafe nahe des Neustädter Tores, kann man dieses Schauspiel des öfteren verfolgen, wenn oben genannter, gut geschützt von der Creme de la Creme der Giessener Türsteherszene, diktiert und delegiert. Dabei fallen nicht nur die Nobelkarossen (Lamborghini, Porsche usw.) auf, an denen man im Übrigen gut die Hirarchie innerhalb der Gruppe ablesen kann, sondern vor allem eines: "Angst", denn darauf basiert jedes seiner offentsichtlich sehr lukrativen Geschätsmodelle. Falls sich unser Innenministerium evtl. doch zu einem Clubverbot überwindet, ziehen diese Menschen ihre Kutten aus und werden zukünftig in Giessen vielleicht mit roten Papnasen auftreten, würde an der Sache jedenfalls nichts ändern. Da darf dann auch weiterhin unbeheligt dem Tageswerk nachgegangen und mit karocho durch die Innenstadt gerast werden ohne das auch nur ein Giessener Streifenpolizist sich in die Nähe traut und damit seine Unversehrtheit sowie die seiner Familie aufs Spiel setzt.
Weiter so!!!
(11.07.2014 23:32)
xrorschachx
Des Staates Unfähigkeit
Seit einigen Jahren schon beobachte ich mit steigender Verwunderung und Sorge, wie sich in Giessen in aller Öffentlichkeit rund um den Stadtbekannten Aygün M. ein durch und durch nach mafiösen Strukturen organisierter Clan formiert, der weit über die "Szenengrenzen" hinaus agiert. Schutzgelderpressung und Zwangsprostitution gibt es nicht nur im Fernseher sondern direkt vor unserer Tür und unseren Augen. In einem Eiscafe nahe des Neustädter Tores, kann man dieses Schauspiel des öfteren verfolgen, wenn oben genannter, gut geschützt von der Creme de la Creme der Giessener Türsteherszene, diktiert und delegiert. Dabei fallen nicht nur die Nobelkarossen (Lamborghini, Porsche usw.) auf, an denen man im Übrigen gut die Hirarchie innerhalb der Gruppe ablesen kann, sondern vor allem eines: "Angst", denn darauf basiert jedes seiner offentsichtlich sehr lukrativen Geschätsmodelle. Falls sich unser Innenministerium evtl. doch zu einem Clubverbot überwindet, ziehen diese Menschen ihre Kutten aus und werden zukünftig in Giessen vielleicht mit roten Papnasen auftreten, würde an der Sache jedenfalls nichts ändern. Da darf dann auch weiterhin unbeheligt dem Tageswerk nachgegangen und mit karocho durch die Innenstadt gerast werden ohne das auch nur ein Giessener Streifenpolizist sich in die Nähe traut und damit seine Unversehrtheit sowie die seiner Familie aufs Spiel setzt.
Weiter so!!!
(11.07.2014 13:00)
anonym35
1+1
Ohne echtes Wissen über die Szene zu haben gibt es doch paar Zusammenhänge. Seitdem die zwei Charter Frankfurt geschlossen haben, gab es sowohl vermehrt Meldungen (und man kann es auch teilweise selbst beobachten) das ein erhöhte Präsenz zu verzeichnen ist von MC Mitglieder bzw. nahe stehenden Personen in Mittelhessen und speziell Gießen. Das sich die MC nie aus Frankfurt vor den Türen der Clubs und Etablissements verabschiedet haben ist nicht mal ein offenes Geheimnis. Offenbar formiert sich die Szene in Gießen/Mittelhessen immer schneller und größer aus den ehemaligen Frankfurtern und den Neuen Mittelhessen und meldet Besitzansprüche an den verbliebenden 'Alten' in Frankfurt an, da Sie jetzt wieder organisiert auftreten können im Gegensatz zu den 'Verbotenen'.
Alles Spekulation und wie jede 'Verschwörungstheorie' vermutlich Blödsinn. Aber da hier eh nicht soooo viel zu holen ist, bleibt es eine temporäre Erscheinung die sich dann auch wieder vermehrt ins Rhein/Main Gebiet verlagern wird. Solange Sie keine Studenten aus Häusern prügeln, sondern sich selbst umschießen soll es mir relativ egal sein.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang