Artikel vom
19.04.2009 - 22.00 Uhr
Hannelore Hoger - Werberin für die Literatur
Wettenberg/Gießen (ar). Das Gießener Veranstalter-Duo »Buch & Bett« in Person von Birgit Hohmann und Carsten Rummer hat seinen ersten Coup gelandet und mit Hannelore Hoger eine starke Stimme für ihre Crime Time in die Region geholt. Die Geschäftsführer des Buchladens »Miss Marple’s« und von »Betten Röhr« bieten schon länger monatliche Leseabende an.
Wettenberg/Gießen (ar). Das Gießener Veranstalter-Duo »Buch & Bett« in Person von Birgit Hohmann und Carsten Rummer hat seinen ersten Coup gelandet und mit Hannelore Hoger eine starke Stimme für ihre Crime Time in die Region geholt. Die Geschäftsführer des Buchladens »Miss Marple’s« und von »Betten Röhr« bieten schon länger monatliche Leseabende an, die sich guten Zuspruchs erfreuen, aber besonders Hohmann hatte daneben vorgeschwebt, etwas Größeres in Angriff zu nehmen.
Die Burg Gleiberg bot sich geradezu an, um einen stimmungsvollen Leseabend mit kriminellen oder gruseligen Akzenten aus der Literatur zu inszenieren. Innerhalb kurzer Zeit waren die 250 Karten für den Abend vergriffen. Wie auf Stichwort machte der fast schon sommerlich anmutende Frühling der letzten Tage Pause: Nass und kühl war es an diesem Freitagabend, und Dunst umgab die Burg. Man konnte sich durchaus in britischen Gefilden wähnen. Das richtige Krimiwetter also.
Hannelore Hoger wurde mit kräftigem Vorschussapplaus empfangen, denn die Schauspielerin war vielen durchaus nicht nur als Darstellerin der TV-Kommissarin Bella Block bekannt. Sie hat ihre Stimme in etlichen Hörspielproduktionen und Hörbüchern zum Einsatz gebracht. Sie kann damit ängstlich oder zart piepsen, kollernd irre lachen und nahezu maskulin tief brummen - ein wunderbar geschultes Werkzeug für einen Krimiabend bei Kerzenschein.
Zum Auftakt las Hoger aus Patricia Highsmiths »Der Schneckenforscher«. Highsmiths Figuren, so wurde zur Einführung sehr schön erklärt, brechen gern mit den festgefahrenen Strukturen und verirren sich schließlich in grotesken Situationen, die nicht selten fatal enden. Während aber Highsmith und ganz sicher auch Roald Dahls »Weg gen Himmel« nicht ohne hintergründigen, schwarzen Humor auskommen, nahm sich dagegen Edgar Allen Poés »Verräterisches Herz« ausgesprochen düster aus.
Hannelore Hoger jedoch ließ den allzu wahnsinnigen Erzähler selbstgefällig lachen, und das hatte zweifelsohne seinen erheiternden Unterhaltungswert. Mit Friedrich Hebbels Kurzgeschichte »Die Kuh« machte sich gegen Ende noch einmal richtig düstere Stimmung breit.
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