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04.04.2010 - 15.00 Uhr
Erinnerungen an das Leid, das die Kriegstruppen 1759 brachten
Wettenberg (ar/so). Zum 250. Mal jährt sich in diese Jahr die Stationierung von Truppen im Gleiberger Land in Folge des Siebenjährigen Krieges - im September soll daran mit einer zweitägigen Veranstaltung auf Burg Gleiberg erinnert werden.
Dazu gibt es einen Vorbereitungsgruppe respektive einen Planungsausschuss, dem Ralph Volgmann vom Bürgerprojekt Gleiberg vorsteht. Eingebunden sind die Gleiberger-Land-Gemeinden, der Gleibergverein, aber auch der Krofdorf-Gleiberger Heimat- und Geschichtsverein, die Kirchengemeinde - sowie von extern - die Hessischen Gesellschaft für Militär- und Zivilgeschichte. Von Krofdorf aus wurden bereits Kontakte geknüpft zu anderen gemeinden jenseits der Lahn, das Echo ist derweil - Ausnahme Buseck - eher verhalten. Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt berichtete, dass aus dem Gemeindehaushalt 4000 Euro für die Veranstaltung bereitgestellt werden. Von Seiten der ortsansässigen Mitveranstalter wurde einmal mehr signalisiert, dass es wesentlich sei, vom 10. bis 12. September ein historisch authentisches Gesamtbild darzustellen, das auch und gerade zeigt, welchen Belastungen die Bevölkerung durch die Soldatenlager ausgesetzt war. Zu diesem Zweck sollen Szenen des Alltags dargestellt werden.
Der Arbeitskreis hat dazu einen ganzen Ideenkatalog entwickelt. Die Wettenberger Seniorenwerkstatt ließ etwa mitteilen, dass man eine bereits vorhandene Feldschmiede zur Verfügung stellen möchte. Darüber hinaus werden Spinnerinnen mit ihren Spinnrädern auf der Oberburg sein. Gegenwärtig wird in Wißmar ein Webstuhl gebaut, den man bei Fertigstellung ebenfalls einbinden möchte. Zu weiteren historischen Handwerkern soll dann ein Schuhmacher gehören, der die traditionelle Arbeitsweise seiner Zunft zeigen wird.
Ein wesentlicher Bestandteil der Gedenkveranstaltung werde eine für das breite Publikum attraktive Ausstellung sein, für die schon Dokumente vorhanden sind und noch zusammen gestellt werden, wie Heinz Dahl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Krofdorf-Gleiberg berichtete. Dafür möchten die Fotofreunde Wettenberg außerdem noch Bilder aus der Chronik der Gemeinde zur Verfügung stellen. Allgemeiner Wunsch der Teilnehmer: Die Ausstellung soll nach Möglichkeit auch noch länger und zu anderen Gelegenheiten in der Region zur Verfügung gestellt werden.
Laut Ralf Volgmann könnten sich auch Brot backen und Apfelsaftherstellung, in der Art wie es seinerzeit bekannt war, gut ins Bild passen. Er möchte seine Kenntnisse als gelernter Bäcker einbringen. Zu den Besonderheiten des 18.Jahrhunderts gehörte zudem der Einzug der Kartoffel in die deutsche Küche. Angedacht ist, einen Kartoffeldämpfer aufzustellen. Zur Geschichte des Kartoffelanbaus soll es gleichfalls eine Ausstellung geben. Speziell für das jüngere Publikum möchte man zeitgenössisches Spielzeug zeigen.
Da der Siebenjährige Krieg und die Zeit die Truppenstationierung die hiesige Region zu beiden Seiten der Lahn betraf, wurden Nachbargemeinden kontaktiert. Das Echo sei hier noch verhalten, aber Buseck habe schon Interesse gezeigt.
Zu den Programmpunkten wird des weiteren ein Feldlager von etwa 20-25 Personen gehören, gestellt von der Hessischen Gesellschaft für Militär- und Zivilgeschichte als externem Teilnehmer. Martin H. Heller als Vertreter des Vereins legte dar, dass im Feldlager Wachwechsel, Uniformschau und Waffenpräsentationen zu sehen sein werden. Hessische Geschichte aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert lebendig und anschaulich zu machen, nennt die Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte als ihr vorrangiges Ziel. »Hauptbetätigungsfeld« sei »die lebendige Darstellung von historischen Figuren und Begebenheiten. In möglichst genau recherchierten und vorbildgetreu nachgearbeiteten Uniformen und Kostümen lassen wir den Betrachter eintauchen in die Welt, wie sie vor über 200 Jahren gewesen sein mag«, heißt es auf einer Internet-Präsenz des Vereins.
Insgesamt sollen die Ideen im April weiter der praktischen Umsetzung zugeführt werden, dies ist die vordringliche Aufgabe des Arbeitskreises. Man einigte sich, darauf am 22. April die bisherige Vorbereitungsarbeit öffentlich vorzustellen.
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