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Ein Kleinod des lokalen Kulturlebens

Artikel vom 31.03.2008 - 18.43 Uhr

Ein Kleinod des lokalen Kulturlebens

Wettenberg - Es fing alles vor 20 Jahren im kleinen Rahmen an: Am 24. Januar 1988 musizierte ein Streichquartett aus Mitgliedern des Jungen Sinfonieorchesters vor 50 Besuchern im Gemeinschaftshaus Gleiberg. Bürgermeister Gerhard Schmidt äußerte den Wunsch, solche Veranstaltungen fortzusetzen, und so entstand die Reihe der »Wettenberger Winterkonzerte«. Nicht denkbar wäre das »Kleinod des Kulturlebens« (Schmidt) ohne den Arbeitskreis »Wettenberger Winterkonzerte«, der seitdem ehrenamtlich die Organisation übernimmt.
Ilse Bergner
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Ilse Bergner
Ilse Bergner, als Leiterin des Kreises vor allem für die inhaltliche Planung verantwortlich, wurde am Sonntag beim Jubiläumskonzert im Bürgerhaus Wißmar für ihr Engagement mit der silbernen Ehrennadel der Gemeinde Wettenberg ausgezeichnet. Schmidt würdigte ihren hohen Sachverstand und ihre leidenschaftliche Hingabe, mit der sie die Tätigkeit ausübe. Folgende weitere Mitglieder erhielten Urkunden: Anne und Karlheinz Will, Dorothea Rodenhäuser, Waltraud Jaensch, Renate Müller, Alois Traxler, Wilma und Oskar Lautz, Helga Deiss, Hans-Joachim Lerch, Christa Lißel sowie Ariane und Martin Köster.

Auch das Festkonzert im voll besetzten Saal in Wißmar gestalteten Mitglieder des JSO Wetzlar. Doch zunächst brachte die 14-jährige Flötistin Dilara Akintürk aus Launsbach begleitet von ihrer Mutter Canan Akintürk am Klavier drei Stücke aus Sergej Prokofjews Zyklus »Visions Fugitives« zu Gehör. Das Duo spielte die stimmungsreichen musikalischen Miniaturen fein aufeinander abgestimmt; bei der Flötistin gefiel die angenehm warme, modulationsfähige Intonation.

Danach widmeten sich Ariane Köster (Violine), Johanna-Sophie Hergott (Viola), Jan Bastian Leukefeld (Horn), Cathrin Wenzel (Klarinette), Josephin Treyße (Fagott), Christopher Blüthgen (Cello) und Willi Hahn (Kontrabass) Ludwig van Beethovens Septett Es-Dur op. 20. Ungetrübte Lebensfreude vermittelte der Allegro-Kopfsatz. Es beeindruckten die detailreiche Themengestaltung und das farbige, gut ausbalancierte Klangbild.

Sehr gefühlvoll, mit feinem Empfinden für den raffinierten, kompositorisch anspruchsvollen Aufbau bot das Ensemble das folgende »Adagio cantabile« dar; in den weitgespannten Melodiebögen blühte die Musik regelrecht auf. Im Variationssatz wanderte das Thema effektvoll durch die Instrumente und erhielt dabei immer neue Facetten. Beschwingt, mit wohldosierten Akzenten kam das Scherzo daher, während sich beim virtuos gemeisterten Presto-Finale temperamentvoller Ausdruck mit elegant-leichter Musizierweise verband.

Ariane Köster, Johanna-Sophie Hergott (beide Violine), Jan Bastian Leukefeld (Horn), Willi Hahn (Kontrabass), Cathrin Wenzel (Kl
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Ariane Köster, Johanna-Sophie Hergott (beide Violine), Jan Bastian Leukefeld (Horn), Willi Hahn (Kontrabass), Cathrin Wenzel (Klarinette) und Josephin Treyße (Fagott) (Foto: jou)
In der Sonate Nr. 1 G-Dur für zwei Violinen, Cello und Kontrabass zeigte sich, dass Gioacchino Rossini über sein Opernwerk hinaus beachtenswerte Kammermusik geschaffen hat. Das eröffnende Moderato wartete mit melodisch reizvollen Themen auf; bestechend die Vornehmheit des Stils. Es schloss sich ein melancholisches Andantino an, das klanglich breit dahinströmte.

Wieder voller funkelnder Melodien steckte das geistreiche Allegro-Finale. Als unterhaltsam erwies sich das Potpourri »Der Fiedler auf dem Dach« nach Themen aus dem Musical »Anatevka« von Jerry Bock. Nach dem volkstanzartigen Prolog spannte die Musik im weiteren Verlauf eine weite Ausdrucksbandbreite vom innigen »Sabbat-Gebet« über den nostalgischen Rückblick in »Jahre kommen, Jahre gehen« bis zur wehmütigen Stimmung in »Abschied vom Elternhaus«. Für das niveauvolle Konzert spendeten die Hörer lang anhaltenden Beifall; zwei Zugaben folgten. Sascha Jouini

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Artikel vom 31.03.2008 - 18.43 Uhr
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