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Die Krise hat die Tischler weitgehend verschont

Artikel vom 07.01.2010 - 17.22 Uhr

Die Krise hat die Tischler weitgehend verschont

Wettenberg (so). »Die große Krise hat das hessische Tischler-Handwerk nicht erreicht. Wir sind mit weniger als einem blauen Auge davon gekommen«, ist Hermann Hubing nicht unzufrieden mit dem vergangenen Jahr. Der oberste Geschäftsführer der Schreiner und Bestatter in Hessen bilanzierte die Aktivitäten der unter dem Dach der Holding »Leben Raum Gestaltung« zusammengeführten Branchen von Tischlern, Bestattern und Montagehandwerk. Insgesamt sind da rund 1300 Betriebe organisiert, davon rund 1000 Schreiner und Tischler.
H. Hubing
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H. Hubing
Der Gesamtverband will personell »aufrüsten«: So wird ein Jurist eingestellt, um die Interessen der Mitglieder fachkompetent zu vertreten. Des weiteren haben die Hessen mit dem Schwesterverband in Rheinland-Pfalz einen Beraterpool gebildet, um sich auszutauschen und zu ergänzen.

Zum einen profitierten die Handwerker von den Konjunkturprogrammen, die der öffentlichen Hand Geld bereitstellten, sodass mit diesen Kunden die Umsätze gar leicht wuchsen. Auch das Privatkundengeschäft der Tischler war laut Hubing von der Krise weitgehend unberührt, wird da doch eine andere Klientel bedient als die der Do-it-yourself-Heimwerker und Discountmöbel-Kunden.

Haupt-Augenmerk will die hessische Tischler-Branche im kommenden Jahr einmal mehr auf die Nachwuchs-Gewinnung legen: Unterm Strich gebe es weniger junge Menschen; weniger die sich für den Beruf interessierten - und immer noch etliche, die den (gewachsenen) Ansprüchen der Branche nicht gerecht werden. In den Schulen soll die Nachwuchs-Werbekampagne ansetzen und über das Berufsbild informieren, denn: »Wenn wir heute nicht ausbilden, fehlen uns morgen die Fachkräfte«. Da sieht Hubing den Verband in einer Bringschuld, über den Beruf und dessen Möglichkeiten aufzuklären. Gleichwohl rechnet er mit einem Rückgang von zehn Prozent bei der Zahl der Auszubildenden.

Zur Imagewerbung 2010 zählen die Tage des Tischlerhandwerks am 25. und 26. September unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Roland Koch: Klimaneutralität soll das große Thema sein. In Arbeit sind ein »Kohlendioxid-Footprint« für die Produkte und die Zertifizierung von »Umwelttischlern«, im Rahmen eines Forschungsprojekts will man sich zudem mit umweltfreundlichen Produktionsverfahren auseinandersetzen. Klima-Neutralität soll auch Schwerpunktthema sein, wenn sich Hessen-Tischler auf der Messe Bau-Expo in Gießen präsentiert.

So will man sich von großen Massenmöbel-Produzenten absetzen. Allerdings sinkt nach Angaben des Verbands die Zahl der produzierenden Tischler. Immer mehr Betriebe beschränkten sich darauf, vorgefertigte Möbel oder Fenster einzubauen.

Im Montagebereich, dem kleinen, aber boomenden Sektor, wurde 2009 mit dem »Montage-Knigge« ein überraschende Erfolg erzielt. Die Broschüre war dermaßen gefragt, dass mittlerweile Nachdrucke in Auftrag gegeben sind.



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Artikel vom 07.01.2010 - 17.22 Uhr
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