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Der Siebenjährige Krieg im heimischen Raum

Artikel vom 06.03.2010 - 15.00 Uhr

Der Siebenjährige Krieg im heimischen Raum

Wettenberg (mo). Im Männertreff der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg, der sich jetzt, passen zum Frauentreff »E.V.A.« den Namen »A.D.A.M.« (Aktuelles - Diskussionen - Alles über Gott und die Welt für. Männer) gegeben hat, referierte Helmut Leib, ein in der Geschichte kundiger Krofdorfer, über das militärischen Geschehen im Siebenjährigen Krieg in Oberhessen.
Helmut Leib
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Helmut Leib
Helmut Leib hatte eine Reihe von Landkarten, Skizzen und Bildern mitgebracht. Er führte aus: »Dieser Krieg zwischen Preußen, Großbritannien, Hannover, Braunschweig, Gotha, Hessen-Kassel und anderen sowie Österreich, Frankreich, Russland, sowie einigen Kleinstaaten wie Hessen-Darmstadt wurde vordergründig um die »Hungerprovinz« Schlesien geführt. Im Grunde aber ging es um Vorherrschaft auf der See, in Nordamerika und Indien zwischen England und Frankreich. Mit dem Ziel, fremde Völker zu unterwerfen und auszuplündern. Und zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland. Die Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn, Maria Theresia, hatte Friedrich II., König von Preußen, wegen dessen Einmarsch in Böhmen den Krieg erklärt.

Der Kriegsverlauf spülte 1759 über 100 000 Landsknechte und Legionäre mitsamt einem Tross von Handwerkern, Pferden, Fuhrleuten, Sanitätspersonal, Büchsenmachern, Schmieden, Stellmachern, Metzgern, Bäckern, Feldpredigern, Musiker, Küchenpersonal sowie Markedenterinnen in das Gleiberger Land.

55 000 überwiegend französische Soldaten setzten sich nach einer verlorenen Schlacht bei Preußisch-Minden vom 1. bis 4. August 1759 südlich der Lahn - mit Hauptquartier in Annerod - fest. General Broglio war ihr Befehlshaber, und die Preußen mit ihren Verbündeten lagerten nördlich der Lahn. Ihr Anführer war der Generalfeldmarschall Ferdinand von Braunschweig, der über drei Monate sein Quartier in der Krofdorfer Hauptstraße, heute Haus Nr. 52, aufgeschlagen hatte. Die Hochwasser führende Lahn trennte die Parteien.

Nördlich der Lahn waren es braunschweigische, kasseler, hannoveranische, hessische und englische Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Jäger sowie Grenadiere.

Eine Vielfalt an Sprachen und Uniformen. Deshalb notierte ein Pfarrer in sein Tagebuch: »...ein buntes Völkergemisch, wie bei dem Turmbau zu Babel ...«

Für das Einrichten der tonnenschweren Geschütze, bis zu 24 Pferde waren zum Ziehen notwendig, mussten die Bewohner Spann- und Schanzarbeiten leisten. Im Oktober 1759 regnete es fast täglich. Und ab dem 3. Advent setzte so starker Frost ein, dass ein Kampieren im Freien nicht mehr möglich war. Die Soldaten zogen sich mit ihren Pferden in die Dörfer und Häuser zurück. Bis zu 30 Personen lagerten nun in jedem Haus. In 34 Feldbäckereien wurden täglich rund 47 000 Kommisbrote, rund um die Uhr gebacken. Und von den über 12 000 Pferden starben jeden Tag einige. Diese wurden sofort in den Feldküchen verarbeitet.



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