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12.02.2010 - 20.08 Uhr
CDU stellt Finanzierung des Kunstrasenplatzes in Frage
Wettenberg (so). Das kam doch überraschend, ließ etliche Gemeindevertreter zusammenzucken: »Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Gerhard Noeske stellte am Donnerstag beim Beraten des defizitären Wettenberg-Etats den seit drei Jahren in Planung befindlichen Kunstrasenplatz an der Gesamtschule Gleiberger Land grundsätzlich in Frage. Dies Vorhaben war bislang von allen Fraktionen getragen worden.
Der Christdemokrat gab den Kreis-Politiker und kündigte an, im ebenfalls hoch verschuldeten Kreis dafür zu werben, dass dieser keine 200 000 Euro Finanzierungsanteil bereitstelle. »Auch diese 200 000 Euro sind zu viel«, erteilte Noeske einer erhofften Drittel-Finanzierung (Gemeinde, Kreis, Land) der nötigen 600 000 Euro eine Absage. Die Sportler bat er um Verständnis, dass es dem Kreis nicht möglich sei, kreisweit eine außerordentliche Infrastruktur zu erstellen.
Auch die Gemeinde könne nicht 200 000 Euro als ihren Anteil bereitstellen und dann gar noch 400 000 Euro zuschießen, so lange Land und Kreis ihre Anteile nicht zahlten...
Moderater der Ansatz des Liberalen Jörg Guderian, der aber auch zur Vorsicht riet: Für den Fall, dass die Co-Finanzierung für den Kunstrasenplatz durch Land und Kreis in diesem Jahr nicht zur Verfügung gestellt werden könne, sei dieser Ansatz im Etat zu streichen.
Bürgermeister Thomas Brunner hatte eingangs nochmals für das Vorhaben geworben und kommentierte Noeskes Sparvorschlag mit den Worten: Es wäre wirklich schade, wenn dies der Kreis dann ablehnt, denn ich halte es für ein wichtiges und richtiges Projekt«. Davon profitierten die Schule und die Vereine gleichermaßen. Der Acker sei bestellt, die Planung liege vor, so Brunner, und der Kreis-Schuldezernent Siegfried Fricke (CDU) habe bereits signalisiert, das Vorhaben mit zu schultern, wenn ein positives Signal vom Land komme. Das fehlt noch, aber der Wettenberger Kunstrasenplatz steht immerhin auf Platz zwei der Prioritätenliste der Sportförderung im Kreis Gießen. Wenn die Gemeinde das Vorhaben jetzt schiebe, dann gehe sie das Risiko ein, dass einer der anderen Partner abspringe.
Brunners Appell, dem schließlich eine Mehrheit aus SPD, Grünen und einer Stimme aus der FW folgten: »Lassen Sie es im Haushalt, dann haben wir eine gute Chance. Und wenn ein Partner nichts gibt, dann werden wir auch kein Geld in die Hand nehmen können«