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15.09.2008 - 21.59 Uhr
CDU Wettenberg plädiert für Konzept zur Bäderkooperation
Wettenberg/Biebertal (pm/so). Die CDU Wettenberg plädiert für ein Konzept, um in interkommunaler Zusammenarbeit den Bestand des Hallenbads in Biebertal sicherzustellen. Dies sollte in Absprache mit den Gemeinden Biebertal und Heuchelheim erfolgen. Einen entsprechenden Antrag haben die Christdemokraten in den Geschäftsgang der Wettenberger Gremien gegeben.
Bereits bei der Beratung des kommunalen Haushaltes 2008 sei dies von der CDU angeregt worden, erinnert deren Vorsitzender Dr. Gerhard Noeske. Es gebe im Gleiberger Land noch Chancen der Kooperation, die weit über die Tourismusförderung hinaus gehen, wurde seinerzeit dargelegt. Wenn man einer erzwungenen Zusammenarbeit oder gar Zusammenlegung entgehen wolle, müssen man freiwillig über den Kirchturm hinaussehen, um den Aufwand für die Bürger zu begrenzen und die Infrastruktur zu erhalten. » Wenn wir im Westkreis ein Hallenbad erhalten wollen, das von den Preisen her für alle Bürger zugänglich ist und auch von den Schulen genutzt werden kann, dann können wir diese Aufgabe - und das heißt auch das Defizit - nicht auf Dauer nur einen kleinen Gemeinde überlassen, dann müssen sich alle Gemeinden im Westkreis, auch Wettenberg, daran beteiligen«, hatte die CDU im vergangenen Winter argumentiert. Diese Anregung wurde damals von der Mehrheitsfraktion umgehend zurückgewiesen.
Die betriebsbedingte Kündigung einer Schwimmmeisterin in Biebertal und das Reduzieren von öffentlichen Badezeiten nimmt die Union in Wettenberg zum Anlass, eine » ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema« anzumahnen und spricht von einer »dramatischen Entwicklung«.
So neu ist die Idee einer Kooperation nicht, wurde in der Vergangenheit mehrfach zur Diskussion gestellt, aber nie konkret ausgearbeitet. Schon Willi Marx (SPD) hatte zu seiner Zeit als Heuchelheimer Bürgermeister in die frühen 90er-Jahren ein solches Modell zur Prüfung empfohlen. Sein Amtsnachfolger Fricke hatte dies später erneut aufgegriffen - ebenfalls ohne Erfolg.
Und genau vor Jahresfrist regten die Grünen in Heuchelheim angesichts des dort mittlerweile geschlossenen Hallenbades das Prüfen der Kooperation der Gleiberger-Land-Gemeinden beim Betrieb der Bäder an. Angesichts des Biebertaler Defizits beim Bad-Betrieb war es für die Grünen vorstellbar, da einen Betriebskostenzuschuss zu gewähren, statt das eigene Bad wiederzubeleben. Das wurde aber mit Rücksicht auf den Trägerverein und seine Arbeit erst einmal wieder zurückgezogen, ohne dass es zu weitergehenden Verhandlungen kam.
Auch der Biebertaler Bürgermeister Thomas Bender hat bereits im vergangenen Januar einen Vorstoß in Richtung Wettenberg unternommen, erhielt dabei auch die Unterstützung der Grünen und der SPD in Biebertal. Mit Verweis auf Badegäste und damit Nutznießer auch aus Wettenberg, die das Bad in Biebertal frequentieren, hatte er bei seinem Kollegen nachgefragt, ob sich dieser eine finanzielle Beteiligung vorstellen könne. Damit war Bender bei Schmidt allerdings abgeblitzt. Für den Wettenberger Verwaltungsleiter vorstellbar war ein Werben für das Biebertaler Bad, vielleicht auch der Ausbau der Busanbindung dorthin - aber eben keine finanzielle Zuwendung. Er frage in Biebertal schließlich auch nicht nach der Trägerschaft der Kindergärten, die größtenteils bei der Kirche liege, während in Wettenberg die Kommune diese Aufgabe alleine bewältige, argumentierte Schmidt im Februar. und verwies darauf, dass in Wettenberg bald 700 000 Euro mehr bei den Kindergärten zuzuschießen seien als in der Nachbargemeinde.