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Botschafter volkstümlicher Blasmusik in Wettenberg

Artikel vom 20.08.2012 - 09.07 Uhr

Botschafter volkstümlicher Blasmusik in Wettenberg

Wettenberg (gge). Stimmung, mitreißende Musik, Kaiserwetter und bestens aufgelegte Mittelhessen-Musikanten bildeten einen Auftakt nach Maß für die Launsbacher Kirmes im allerdings nicht ganz ausverkauften Festzelt am Bürgerhaus.

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Die Mittelhessen-Musikanten hielten die obere Skala der Sympathiewerte bis zum Schluss besetzt. (Foto: gge)
Die veranstaltende Burschen- und Mädchenschaft »Eiskaale« hat mit der nunmehr schon dritten Verpflichtung der Mittelhessen-Musikanten wiederum ein glückliches Händchen bewiesen. Das 22-köpfige Ensemble unter der engagierten Leitung von Otwin Balser bestätigte einmal mehr seinen guten Ruf als glänzender Botschafter volkstümlicher Blasmusik.

Den Musikanten stand die Freude an Klang und Spiel geradezu ins Gesicht geschrieben, obgleich diese niemals in Firlefanz und etwaige Extravaganzen ausuferten. Dafür hatte Otwin Balser den Klangkörper zu fest im Griff. Stereotype Tonabfolgen in blutleerer Wiedergabe standen aber dennoch nie zu befürchten. Auch, weil sich hier ein Musikgenre in seiner ganzen breiten Fülle ergoss und den Nerv des dankbar klatschenden und schunkelnden Publikums traf. Folkloristische Tonjuwelen eben, sauber akzentuiert und in den einzelnen Instrumentengattungen gut aufeinander abgestimmt.

Otwin Balser hatte mit vielen eigenen Kompositionen und Arrangements zum Gelingen des Abends beigesteuert. Darunter befand sich auch ein neuer Walzer, in dem das Gesangsduo Nora Schmidt und Carsten Enders die Schönheiten des Gleiberger Landes besingt. Überhaupt durften die beiden ihre Auftritte als zusätzliche Bereicherung des gut dreistündigen Programms werten. Insgesamt kamen 27 Musikstücke zur Aufführung. Es würde hier den Rahmen sprengen, diesen allen Erwähnung zu tun. Musikalisches Lokalkolorit hatte ebenso sein Auskommen wie die Entnahme aus dem gigantischen böhmischen Warenkorb, der eigentlichen Wiege dieser Volksmusik. Ernst Mosch ließ da grüßen mit Walzer- und Polkahits im Zwei- und Dreivierteltakt. Vielstimmige Polkaklänge, in denen vor allem die (vier) Klarinetten ein Vollbad nehmen durften, rissen mit und lösten Szenenbeifall aus. Heiter, beschwingt und witzig führte Moderator Joachim »Larry« Lehr durchs Programm. Einen Gänsehaut-Abend hatte er sich und dem Publikum gewünscht und diese besondere Befindlichkeit stellte sich spätestens bei Eduard Küneckes Ohrwurm »Ich bin nur ein armer Wandersgesell« aus der Operette »Der Vetter von Dingsda« ein. Die Solisten Lukas Rauber und Daniel Hammer intonierten am Flügelhorn diese Solopartien mit solcher Hingabe und Intensität, dass sich Larrys Wunsch wie von selbst erfüllte. Nicht minder eindrucksvoll kam Christopher Lipps Tuba-Solo zum Studentensong »Im tiefen Keller« herüber. Eisbrecher für das Anliegen der »Eiskaale« waren aber gleich die Mittelhessen-Musikanten«, die zum Auftakt mit dem »Landgraf Karl Marsch«, so mitreißend »losfetzten«, dass sie die obere Skala der Sympathiewerte bis zum Schluss besetzt hielten.

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Artikel vom 20.08.2012 - 09.07 Uhr
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