Wettenberg (so). Fangfrische Forellen und geräucherten Butterfisch, Eier und Kartoffeln, Wein aus dem Süden, Käse und andere Milchprodukte, Fleisch und Wurst, Backwaren, Obst und Gemüse, Wild und Geflügel, gelegentlich auch Blumen und Feinkost - das Angebot der Händler auf dem Wochenmarkt zu Krofdorf ist respektabel und von Güte. Das bestätigen die Kunden mit ihrem Zuspruch Woche für Woche seit nunmehr zehn Jahren. Allfreitags verwandelt sich der Sorguesplatz ab der Mittagszeit, wenn die benachbarte Verwaltung langsam schließt, in einen kleinen, ordentlich frequentierten Marktplatz. Kunden kommen vornehmlich aus Krofdorf und Gleiberg - aber auch aus Wißmar und Launsbach, wissen das Gebotene zu schätzen.
Leckereien wurden gestern den Wochenmarktbesuchern und -Beschickern kredenzt; ein feines Angebot zum »Zehnjährigen« (Foto: so)
Von Anbeginn an dabei sind Heils aus Wißmar mit Obst und Gemüse sowie die Familie Horn aus der Wetterau mit Brot und Eiern, erinnert Marktmeisterin Elke Leib. Zehn bis zwölf Beschicker sind es in der Regel, die ihre Stände aufbauen, je nach Jahreszeit mal einer mehr oder weniger.
Von einer »Bereicherung der Lebensqualität« spricht Bürgermeister Gerhard Schmidt, der in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die Idee des Marktes mit befördert hat. Er sieht in dem Angebot einen Gewinn für das Leben in der Gemeinde. Schließlich stehen Waren aus der Region zum Verkauf, werden mithin regionale Kreisläufe gestärkt. Zudem ist es ein Treffpunkt: Man sieht sich, kommt ins Gespräch; so wie gestern etwa, als anlässlich des »Zehnjährigen« Dieterich Emde und Barbara Yeo-Emde gar Köstliches kreierten und kredenzten. Der Markt hat übrigens einen »Vorgänger«: 1331 wurde Gleiberg das Frankfurter Stadtrecht verliehen und verbunden damit das Privileg, einen Wochenmarkt abzuhalten. Auch damals schon kamen die Händler aus den Dörfern im Umland, um die rund 400 Einwohner von Gleiberg zu versorgen.
1998/99 hatte im Vorfeld Bedenken gegeben, ob denn nicht der lokale Lebensmittel-Einzelhandel Umsatzeinbußen zu erwarten hätte, wenn denn da quasi mit Unterstützung der Gemeinde Konkurrenz ins Dorf geholt würde. Das war seinerzeit Thema, als die kommunalen Gremien die Idee zu einem Wochenmarkt auf den Weg brachten und Kontakt mit der Marktgilde Eschenburg aufnahmen, der es seitdem obliegt, den Markt zu organisieren. Die Befürchtungen haben sich damals schnell als unbegründet herausgestellt: Ganz im Gegenteil wurde keine Kaufkraft aus den etablierten Läden abgezogen, vielmehr habe es den »stationären Handel« mit belebt, so Friedrich Holzhauer, Prokurist der Marktgilde. Denn es bindet die Menschen am Ort, sorgt für Folgekäufe in den Geschäften etwa in der Hauptstraße. Klar sei auch, weiß Holzhauer, dass Discounterpreise auf Wochenmärkten eher weniger zu finden seien, - dafür aber eben Frische und Qualität aus der Region plus Beratung der Kunden.