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Auf Schmidt folgt Brunner: Amtswechsel in Wettenberg

Artikel vom 30.01.2010 - 03.00 Uhr

Auf Schmidt folgt Brunner: Amtswechsel in Wettenberg

Wettenberg (so). »Ich wünsche dir Zeit/ für dein Tun und dein Denken/nicht nur für dich selbst,/ sondern auch zum Verschenken./Ich wünsche dir Zeit/ nicht zum Hasten und Rennen,/ sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen./ Ich wünsche dir Zeit/ zu dir selber zu finden,/jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.« Das schrieb Tochter Anke ihrem Vater Gerhard Schmidt zum Amtsantritt 1986. Und er hat es nicht vergessen. Jetzt, 24 Jahre später, mit Eintritt in den Ruhestand, verspricht der scheidende Bürgermeister seiner Familie, in diesem Sinne mehr Zeit für sie zu haben.
Abschied und (fast) ein Neubeginn: Nach 24 Jahren im Rathaus tritt Gerhard Schmidt in den Ruhestand, Thomas Brunner ist nach 16
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Abschied und (fast) ein Neubeginn: Nach 24 Jahren im Rathaus tritt Gerhard Schmidt in den Ruhestand, Thomas Brunner ist nach 16 Jahren Verwaltungsleitung künftig die »Nummer Eins« am Sorguesplatz und versprach: »Ich werde mein Bestes geben!« (Fotos: Geck)
- Am Freitag Abend kamen rund 350 Gäste in die Krofdorf-Gleiberger Kulturhalle zu Gerhard Schmidts Verabschiedung in den Ruhestand und feierten die Würdigung seiner Verdienste mit seiner Ernennung zum Ehrenbürgermeister.

Es war zugleich ein würdiger Rahmen für die Amtsübernahme von Thomas Brunner. Der Verwaltungsfachmann, Sozialdemokrat wie Schmidt, war im Juni mit großer Mehrheit von den Wettenbergern als Nachfolger gewählt worden. In seiner ersten »Regierungserklärung« versprach er den Menschen: »Ich werde mein Bestes geben!«

Die Laudatio auf Schmidt hielt der langjährige Wegbegleiter, der einstige Hungener Bürgermeister, hauptamtliche Kreisbeigeordnete und spätere Regierungspräsident Wilfried Schmied, der aufzeigte, wie eingebunden Schmidt war in der mittelhessischen kommunalen Welt. Die vergangenen 24 Jahre nannte Schmied anerkennend eine »fast beispiellose Bürgermeisterkarriere und eine große Erfolgsgeschichte«. Er attestierte dem Netzwerker Schmidt stets gründlichste Vorbereitung, das Einbinden von Mitstreitern und Ratgebern, ein Gespür für Themen, die für Wettenberg relevant sind und den notwendigen Mut, diese aufzugreifen und Mehrheiten dafür zu gewinnen: »Ich kenne keine Gemeinde im Regierungsbezirk, in der mehr Unterstützergruppen für gemeindliche Projekte eingebunden sind und dabei sehr gerne und zuverlässig arbeiten«, sagte Schmied anerkennend mit Verweis auf Schmidts Rolle als Ideengeber und Motivator. Beispielhaft nannte er dafür »Golden Oldies« (kultureller Webeträger Nr. 1 in Mittelhessen«, das Holz- und Technikmuseum (»wunderbares Dokument bürgerlichen Gemeinsinns«) und den Ökologischen Gewerbepark (»erst ein Wagnis, dann ein Erfolgsmodell«).

»Du kannst auf Deine 24-jährige Dienstzeit stolz sein«, attestierte der Ex-RP dem scheidenden Bürgermeister.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hans Karpenstein, und der Erste Beigeordnete Dietmar Kleiner hoben ebenfalls Schmidt »Meisterschaft« hervor, bürgerschaftliches Engagement zu wecken«, attestierten stete Suche nach Konsens und ein Höchstmaß an Transparenz in der Amtsführung. Schmidt übergebe eine »gut bestellte Verwaltung mit motivierten Mitarbeitern, die sich als Dienstleister für die Bürger begreifen«.

»Die Tätigkeit eines Bürgermeisters ist nicht vom Schreibtisch aus zu erledigen. Es braucht die Nähe zu den Menschen. Daher waren mir die vielen Kontakte und Begegnungen mit Bürgern, Vereinen, Institutionen und Organisationen besonders wichtig«, bekannte Schmidt, der vielen Menschen, die ihn auf seinem Weg begleiteten, seinen aufrichtigen Dank aussprach. »Übertragen Sie bitte das Vertrauen, das Sie mir geschenkt haben, auch auf Thomas Brunner«, bat er die Wettenberger.

Thomas Brunner umriss abschließend seine Ziele für Wettenberg: Das Projekt 2020 zeige die Ziele auf. »Ich werde sicherlich nicht alles so wie Gerhard Schmidt machen, aber ich kann Ihnen Kontinuität in wichtigen Dingen versprechen. Ich stehe für solide Finanzen, klare Entscheidungen, soziale und ökologische Kompetenz und einen motivierten und bürgerfreundlichen Dienstleiter Gemeinde. Wer Visionen hat, ist bei mir willkommen«, lud er die Menschen zum Mitmachen ein.

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Artikel vom 30.01.2010 - 03.00 Uhr
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