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Trennung von Ehefrau Motiv für Familiendrama in Treis?

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Artikel vom 23.07.2014 - 09.24 Uhr

Trennung von Ehefrau Motiv für Familiendrama in Treis?

Staufenberg (khn/sha). Das Familiendrama von Samstag in Treis beschäftigt weiterhin Polizei und Staatsanwaltschaft. Klar ist: Die 51-jährige Treiserin ist aufgrund »multipler Gewalteinwirkung« ums Leben gekommen.

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Eine Blume vor dem Tatort am Falltor in Treis – in Gedenken an die am Samstag getötete Simone L. aufgestellt. (Foto: khn)
© Kays Al-Khanak
Am Dienstagmittag steht die Luft im Staufenberger Stadtteil Treis. Viele Jalousien sind heruntergelassen, kaum jemand ist auf der Straße unterwegs. Das rot-weiße Band, mit dem das Grundstück am Falltor abgesperrt wird, flattert störrisch im Wind. Vor dem Metallzaun steht eine kleine Flasche, darin eine fliederfarbene Blume. Es ist ein letzter Gruß für Simone L., deren Leben am Samstagnachmittag ein gewaltsames Ende gefunden hat. Durch die Hand ihres Mannes, von dem sie seit zwei Jahren getrennt lebte.

Der hatte am Samstag – kurz nach der Tat – bei der Polizei angerufen und gemeldet, dass er seine Frau umgebracht habe. Seit Sonntag befindet sich der 55-jährige ehemalige Polizist in Untersuchungshaft. Noch sind viele Fragen offen, ist der Tathergang nicht geklärt. Zum Ergebnis der Obduktion wollte sich Dr. Julia Michel, stellvertretende Pressesprecherin der Gießener Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung am Dienstag nicht äußern. Nur so viel: Das Opfer sei »multipler Gewalteinwirkung« ausgesetzt gewesen. Bereits am Montag hatten die Ermittler bekanntgegeben: Die 51-Jährige sei mit einer Stichverletzung tot in einer Halle liegend aufgefunden worden. Als mögliche Tatwaffe hatten die Polizisten ein Messer sichergestellt.

Die Frage, ob der Mann das Verbrechen bei der Vernehmung eingeräumt hat, kommentierte Michel mit Verweis auf die Ermittlungen nicht. Allerdings habe der 55-Jährige gesagt, »durch die Trennung von seiner Frau schwer mitgenommen« gewesen zu sein. Am Samstag habe er mit seiner getrennt lebenden Ehefrau »reden wollen« – als diese den Wohnwagen für einen anstehenden Urlaub vom Grundstück holen wollte.

Warum die Situation dann so eskalierte, ist unklar. Hat die psychische Verfassung des Ex-Polizisten eine entscheidende Rolle gespielt? Hierzu gab Staatsanwältin Michel im Gespräch mit dieser Zeitung keine Einschätzung ab. Mit Blick auf das Gerichtsverfahren kündigte sie jedoch an, dass sich der 55-Jährige einem psychiatrischen Gutachten unterziehen müsse. So soll festgestellt werden, ob und in welchem Umfang er schuldfähig ist. Denn: Bereits im Juni vor zwei Jahren hatte der Mann für einen nächtlichen Großeinsatz in Treis gesorgt, hatte sich in einer Garage verbarrikadiert und mit Suizid gedroht. Damals war der Mann in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Bereits zuvor war er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert worden, wie ein Polizeisprecher mitteilt.

In der Zwischenzeit gehen die Ermittler – bis zu 20 Beamte waren und sind im Einsatz – am Tatort ihrer Arbeit nach. Dazu zählt unter anderem, die Nachbarn des 55-Jährigen zu befragen. Außerdem werden weiterhin Spuren auf dem Grundstück unterhalb des Wohnhauses der Familie gesichert.



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Artikel vom 23.07.2014 - 09.24 Uhr
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