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»Stolpersteine« werden in Staufenberg verlegt

Artikel vom 23.09.2011 - 22.51 Uhr

»Stolpersteine« werden in Staufenberg verlegt

Staufenberg (js). Steine gegen das Vergessen: Seit 1995 werden unter der Leitung des Kölner Künstlers Gunter Demnig auf Plätzen und Bürgersteigen vor ehemaligen Wohnhäusern von Opfern des Nationalsozialismus’ Messingplatten verlegt.

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Heinrich Geißler (vorne sitzend) als junger Mann 1933 auf der Burg Staufenberg. Das Foto stammt von Waltraud Schmidt. Ihre Mutter Elisabeth Bier, verheiratete Bug, ist rechts hinter Heinrich Geißler zu sehen.
Darauf werden Name, Geburtsjahr, Tag der Deportation und Todesdatum eingraviert. Auch in Staufenberger Stadtteilen erfolgt in den nächsten Tagen diese symbolische Geste. »Stolpersteine« werden am 29. September und am 5. Oktober angebracht.

Erinnert wird an 22 Opfer der insgesamt mindestens 38 Opfer der NS-Zeit in den Staufenberg-Dörfern. Wie in dieser Woche im Rathaus Bürgermeister Peter Gefeller ankündigte, werden am Donnerstag, 29. September, ab 14.30 Uhr – beginnend in der Vorstadt 28 in Staufenberg – Steine gesetzt für Heinrich Geißler, Staufenberg, (Vorstadt 28), Margarete Hettche (Treis, Hauptstraße 100) und Heinrich Lölkes, (Treis, Kirchstraße 2). Am Mittwoch, 5. Oktober, ab 15 Uhr werden weitere Steine verlegt, beginnend in der Treiser Straße 10 in Mainzlar, für Familie Nathan (Mainzlar), Familie Ziegelstein (Treis, Hauptstraße 29) und Familie Wetzstein (Treis. Weinbergstraße 4).

Dunkles Kapitel der Geschichte ist detailliert aufgearbeitet worden

Eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, das auch in den heutigen Staufenberger Stadtteilen von dem Terror der braunen Machthaber geprägt war, haben in den vergangenen Monaten durch Einblick in Archivunterlagen und Gespräche mit Zeitzeugen viele Menschen in Zusammenarbeit aufgearbeitet.

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Schülerinnen (Kl. 11) der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar/Staufenberg haben mit ihrer Lehrerin Maria Seiler zur Gestaltung des »Stolpersteine«-Projekts beigetragen. Von links Anika Lechner, Lisa Zecher, Michelle Kehr, Maria Seiler, Maria Mengler, Lena Bechthold, Lea Nober.
© (Foto: bf)
Dazu gehören unter anderem der Arbeitskreis »Stolpersteine« sowie Jugendliche, die die Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) Lollar/Staufenberg besuchen. Schülerinnen und Schüler der CBES haben sich mit ihrer Lehrerin Maria Seiler mit den Schicksalen von Heinrich Lölkes, der Familie Ziegelstein (jeweils Treis) beschäftigt. Dabei sprachen sie mit Irmgard Nuhn, der Witwe des ehemaligen Bürgermeisters. Alle Teilnehmer des Arbeitskreises verdeutlichten während eines Pressegesprächs, wie wichtig es ist, dass auch diese furchtbaren Geschehnisse in Staufenberg weiter aufgearbeitet werden. Dies unterstrichen Bürgermeister Gefeller sowie weitere Mitglieder des Arbeitskreises »Stolpersteine«: Stadtarchivarin Barbara Wagner, Dieter Vöglin, Richard Hocke, Gemeindepädagogin Antje Koob-Röhrsheim sowie Lehrerin Maria Seiler und die Schulleiterin Dr. Barbara Himmelsbach, die ankündigten, dass es in der CBES Anfang des kommenden Jahres eine Ausstellung zu der Thematik geben wird.

Dokumentation verdeutlicht Zynismus der Nationalsozialisten

Die Schicksale der Menschen, für die am 29. September und 5. Oktober die »Stolpersteine« verlegt werden, werden in einer bei der Stadtverwaltung erhältlichen Dokumentation in Fotos und Text beschrieben. Man ist erschüttert, wenn man sich anhand dieser historischen lokalen Recherchen vor Augen hält, aus welchen Motiven und mit welcher Grausamkeit die Nationalsozialisten Menschen umbrachten, auch die Opfer der NS-Schreckensherrschaft, für die am kommenden Donnerstag in Anwesenheit von Gunter Demnig »Stolpersteine« gesetzt werden (die Einsetzung der Messingplatten für ehemalige jüdische Mitbürger erfolgt am 5. Oktober, weil am 29. September das jüdische Neujahrsfest stattfindet).



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Artikel vom 23.09.2011 - 22.51 Uhr
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