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16.01.2008 - 18.15 Uhr
Staufenberg wird optisch von der Burg geprägt
Mit ihrem Gewerbe- und Wohngebiet "Staufenberg Süd", mit ihrer "Vitalen
Mitte" einschließlich Stadthalle, von der die drei Stadtteile
Daubringen, Mainzlar und Staufenberg verbunden werden, und mit ihren so
genannten weichen Standortfaktoren wie kommunale Kindergärten bzw.
-tagesstätten und Grundschulen in allen vier Stadtteilen machte die
8500-Einwohner-Stadt Staufenberg in den vergangenen Jahren immer wieder
von sich reden.
© GAZ
Sie ist allerdings hochverschuldet. Das Haushaltsdefizit erhöhte
sich inzwischen auf rund 12,5 Millionen Euro. Gehofft wird -- neben
oftmals geforderten Änderungen des kommunalen Finanzausgleichs -- auf
die Erhöhung des Anteils an der Einkommensteuer durch mehr Einwohner
und auf die Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen durch die Ansiedlung
entsprechender Betriebe. In "Staufenberg Süd" mit direkten Anschlüssen
an die Bundesstraße 3 und an die Autobahnen siedelten sich neben
anderen das Logistikunternehmen "ChrisMedia" (Buchhandlungen, Verlage)
und die Erletz-Reisen GmbH an. Als weiteres bedeutsames Unternehmen
befindet sich die traditionsreiche RHI Refractories Didier-Werke AG in
Mainzlar.
Furore machte und macht die Frauen-Handballmannschaft des
Turnvereins (TV) 1905 Mainzlar, der es einmal gelang, den DHB-Pokal zu
gewinnen. Optisch bestimmt werden Staufenberg und seine Umgebung von der
mächtigen Burg und dem Stadtturm. Die Unterburg beherbergt ein
renommiertes Hotel und Restaurant in Privatbesitz, die Oberburg mit dem
Burghaus und ihrer Kirchenruine ist langfristig von der
Heimatvereinigung Staufenberg gepachtet, die zudem das Heimatmuseum in
der Vorstadt unterhält.
Staufenberg wurde 1233 als "Stouphenberch"
(Felsenberg) erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1336 oder früher
die Stadtrechte. 1680 wurde das Recht verliehen, jährlich drei Märkte
zu halten; heute findet alljährlich am Fronleichnamstag der Krämermarkt
statt. Der Stadtteil Treis mit schönen Fachwerkhäusern und seiner
Sport- und Kulturhalle weist überhängende grottenartige Quarzitfelsen
auf, die wohl schon primitiven Jägerkulturen der älteren Steinzeit als
Dauerwohnplätze dienten, und verfügt über Zeugen adliger Vergangenheit
wie der Burg Milchling und der Wasserburg unmittelbar an der Lumda.
Da in Staufenberg nach dem Zweiten Weltkrieg viele Heimatvertriebene
aus dem Sudetenland aufgenommen wurden, besteht seit 1956 eine
Patenschaft für Porstendorf (heute Stadtteil von Mährisch Trübau in der
Tschechischen Republik). 1990 schlossen die Stadt Staufenberg und die
Gemeinde Tarjan in Ungarn eine offizielle Partnerschaft und 2003 die
Stad Staufenberg und Mährisch Trübau. Das "Dreieck" pflegt neben den
Kontakten von Privatpersonen und Vereinen jährlich einen
Jugendaustausch.