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Staufenberg: Schätze aus Tresoren und Vitrinen

Artikel vom 06.08.2010 - 23.19 Uhr

Staufenberg: Schätze aus Tresoren und Vitrinen

Staufenberg (age). Dass er seinen Vater kennenlernen durfte, hat Johann Schepers einem Stapel Papierabzügen zu verdanken. Während des Zweiten Weltkriegs trug der Vater jene Fotografien von seiner Familie in der Brusttasche mit sich. Und genau darin blieb eine Gewehrkugel stecken. Dass Johann Schepers die Fotografie im Wortsinne als Amateur einmal lieben würde, war zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich noch nicht abzusehen.
Mit der Agfa Box fotografierte Johann Schepers aus Staufenberg einst; die zur Leica 3f umgebaute Leica 3c aus seinem Geburtsjahr
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Mit der Agfa Box fotografierte Johann Schepers aus Staufenberg einst; die zur Leica 3f umgebaute Leica 3c aus seinem Geburtsjahr 1940 benutzt er nach wie vor. (Foto: Geck)
Aber schon in der Schule zeigte sich die Tendenz - hatte er im Malen doch stets die Note eins. Und eben diese Malerei sieht Schepers unbedingt als Grundlage der Fotografie. Bildaufteilung, Ordnung und »Goldener Schnitt« gelten bei ihr gleichermaßen und haben große Bedeutung.

Aus dem Emsland stammend, absolvierte Johann Schepers an der staatlichen Uhrmacherschule in Hamburg eine Ausbildung zum Uhrmacher. Das war für ein Arbeiterkind außergewöhnlich. Fehlendes Geld verdiente sich Schepers mit dem Anfertigen technischer Zeichnungen für seine Mitschüler.

Da gab es aber auch die eine oder andere Feier. Und an seine ersten Bilder kann sich der Wahl-Staufenberger noch gut erinnern. Er hatte eine Agfa Box von seinem Lehrmeister in die Hand gedrückt bekommen und sollte damit Fotos machen. Wie es damals schon üblich war, hatte er die Kamera herumgereicht - mit der späteren Folge, dass sein Ausbilder bei der Durchsicht der Fotos seinem Lehrling einen kleinen Schlag in den Nacken versetzte. Nicht die Qualität seiner Aufnahmen ließ zu wünschen übrig, sondern das, was darauf auch zu sehen war. Johann Schepers mit Zigarette, fotografiert von einem Mit-Lehrling ...

Dass dieser Schlag seiner weiteren beruflichen wie persönlichen Entwicklung keinen Schaden zufügte, hat er wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass es damals noch kein Internet gab. Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können, wenn eben jenes Bild in Umlauf gekommen wäre ...

Er blieb jedenfalls auf dem Pfad der Tugend, heiratete und bekam zwei Töchter, war einer der ersten Uhrmacher im Karstadt-Konzern und arbeitete zuletzt als leitender Angestellter bei einem Versandhausunternehmen.

Seit 1995 ist Schepers im beruflichen Ruhestand und hat seitdem mehr Zeit, seiner Passion nachzugehen. Ordentlich angelegte Fotoalben hat er viele, doch beim Gespräch - es gibt Friesentee und Rosinenstückchen - kommt eine Gebäckdose auf den Tisch, in der sich ungeordnet ebenso wichtige fotografische Dokumente befinden: ob Alben, Gebäckdosen oder Schuhkartons - sie hätten gegenüber dem Computer einen ganz entscheidenden Vorteil, sagt er. Sie beherbergen nämlich Fotos zum Anfassen.



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Artikel vom 06.08.2010 - 23.19 Uhr
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