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08.05.2010 - 10.00 Uhr
Staufenberg: Peter Gefeller ist Bürgermeisterkandidat
Staufenberg (mb). Den 44-jährigen Rechtsanwalt, Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Staufenberg und Ersten Stadtrat der Stadt Staufenberg, Peter Gefeller, wählten die stimmberechtigten Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins gestern Abend in geheimer Abstimmung einmütig zum Bürgermeisterkandidaten.
In der Versammlung, die im Gasthaus »Zum Bahnhof« in Treis stattfand, hatte Gefeller unter anderem darauf hingewiesen, dass er sich während seiner Ausbildung überwiegend mit dem Verwaltungs- und dem Kommunalrecht beschäftig hatte.
In seiner ersten Rede als Bürgermeisterkandidat der SPD, der zum Nachfolger des im nächsten Jahr vor dem Ablauf seiner Wahlzeit aus dem Amt scheidenden Bürgermeisters Horst Münch (SPD) gewählt werden soll, setzte Gefeller drei Schwerpunkte, die nach seiner festen Überzeugung in den nächsten Jahren von zentraler Bedeutung sein werden: 1. Gestaltung der Verwaltung, 2. Familien, Kinder, Senioren, Bildung und Soziales, 3.Wirtschaft und Arbeit.
Zur »Gestaltung der Verwaltung« sagte er, dass der demografische Wandel der Bevölkerung, die Einführung der kaufmännischen Buchführung und anderes mehr die Aufgaben der Stadtverwaltung verschieben werden: »Ich bin der festen Überzeugung, dass mehr denn je Qualifikation und Motivation der Beschäftigten zum Erreichen der Ziele einer modernen öffentlichen Verwaltung notwendig sind. Als Bürgermeister werde ich alles daransetzen, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin als modernes und flexibles Servicebüro für die Bürgerinnen und Bürger von Staufenberg fortbesteht. Dafür benötigen wir aber auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung ... Wenn die Landesregierung ab 2011 tatsächlich die Finanzausstattung der Kommunen um 400 Millionen Euro jährlich kürzt, werde ich mit hoffentlich allen Bürgermeistern Hessens vor der Staatskanzlei des Ministerpräsidenten gegen diesen finanziellen Kahlschlag demonstrieren. Die Kommunen müssen nicht schlechter, sondern ganz im Gegenteil viel besser finanziell ausgestattet werden. Die Kommunen gehen nämlich jetzt schon am Stock. Wer, wie die Landesregierung, beabsichtigt, die Kommunen Hessens ausbluten zu lassen, der darf sich nicht wundern, wenn auch die Kommunen ihre Leistungen gegenüber dem Land kürzen. Hier gilt der Grundsatz: Faires Geld für faire Leistung.«
Zu »Familien, Kinder, Senioren, Bildung und Soziales« sagte Gefeller: »Die Interessen von Familien und Kindern müssen bei allen kommunalen Planungen frühzeitig berücksichtigt werden. Die Lebensräume für Familien müssen ihren Bedürfnissen entsprechend optimiert werden. Eine möglichst frühe Förderung entscheidet maßgeblich über den späteren Bildungserfolg und ist daher für Chancengleichheit unverzichtbar. Ich werde deshalb an den Staufenberger Kindern nicht sparen. Mit mir als Bürgermeister wird es auch zukünftig modern eingerichtete und personell gut ausgestattete Kindergärten geben. In der Vergangenheit sind gerade wegen unserer sehr guten Kindergärten viele junge Familien nach Staufenberg gezogen. Nicht zuletzt deshalb wird im Gegensatz zu den meisten anderen Kommunen ... die Bevölkerung in Staufenberg in den nächsten 20 Jahren um gut 15 Prozent wachsen. Alleine deshalb schon werde ich an unserem sehr guten Kindergartenkonzept festhalten. Unsere Kinderförderung darf jedoch nicht in den Grundschulen enden. Auch unsere Jugendlichen müssen gefördert werden. Die Jugendpflege der Stadt Staufenberg, die im übrigen sehr gut ist, wird deshalb mit mir als Bürgermeister weiter ausgebaut. Nicht nur bei Familien und Kindern, sondern auch bei unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern stehen wir in Staufenberg vor besonderen Herausforderungen. Menschen werden immer älter, und der Zuwachs der über 65-jährigen in unserer Bevölkerung wird in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen. Damit einher gehen für viele Ältere Probleme im Bereich des Wohnens, der Betreuung und der Pflege ... Um unseren Älteren ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter hinein zu ermöglichen, werde ich zusammen mit den Staufenberger Bürgerinnen und Bürgern neue Seniorenkonzepte entwickelt, die für alle Beteiligten nachvollziehbar gestaltet sind.«
Zu »Wirtschaft und Arbeit« unterstrich der Bürgermeisterkandidat der SPD: »Für mich als Bürgermeister steht im Mittelpunkt einer gut funktionierenden Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik auf kommunaler Ebene die Sicherung der kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie die Unterstützung von Existenzgründungen. Die Erschließung und Pflege der lokalen Potenziale und der regionalen Wirtschaftsbeziehungen bieten dabei besondere Chancen. Dies setzt voraus, dass sowohl einzelbetriebliche als auch kommunale Egoismen - Stichwort: Kirchturmdenken - überwunden werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine erfolgreiche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik auf der einen und die demografischen Herausforderungen auf der anderen Seite sich langfristig nur regional durch eine interkommunale Zusammenarbeit bewältigen lassen.« (Foto: mb)