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Staufenberg: Kleinode der Natur schützen

Artikel vom 27.04.2010 - 23.30 Uhr

Staufenberg: Kleinode der Natur schützen

Staufenberg (sha). »Wir wollen bedeutende Kleinode unserer Natur für immer schützen«, sagte Hartmut Mai, Vorsitzender der Stiftung »Hessisches Naturerbe« des Naturschutzbundes (NABU) Deutschland, am Montag bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des neuen Schutzgebietes »Alte Sandkaute« Treis im Süden des Staufenberger Stadtteils Treis.
Sie freuen sich gemeinsam über das neue Schutzgebiet »Alte Sandkaute« in Treis: Hartmut Mai (erste Reihe, Mitte, vor dem NABU-Se
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Sie freuen sich gemeinsam über das neue Schutzgebiet »Alte Sandkaute« in Treis: Hartmut Mai (erste Reihe, Mitte, vor dem NABU-Segel), Dr. Achim Zedler (vorn hockend), Stadtrat Dieter Preis (7. von rechts) und Diethard Heyn (2. von rechts) sowie weitere NABU-Mitglieder. (Foto: sha)
Die Stiftung des Naturschutzbundes hatte die Grube, in der bis in die 1980er Jahre Sand abgebaut wurde, von der Eigentümerfamilie Walter Rysse erworben. Mai dankte für die »ausdrückliche Unterstützung« des Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck, da das neue, 22 000 Quadratmeter große Schutzgebiet mit Hilfe des Aufkommens aus der Ausgleichsabgabe des Regierungspräsidiums Gießen von der Stiftung »Hessisches Naturerbe« übernommen werden konnte.

Insgesamt verfüge die Stiftungin Hessen mittlerweile über 70 Naturerbeflächen, freute sich Stiftungsvorsitzender Mai. Das Engagement der Mitglieder, die als regionale Vertreter an Ort und Stelle die Entwicklung der Schutzgebiete beobachten und begleiten, bilde »die Stärke des NABU«, hob er hervor. Derzeit zählt der NABU in Hessen rund 41 000 Mitglieder.

Mit dem Schutzgebiet »Alte Sandkaute« Treis übernehme die Stiftung »Hessisches Naturerbe« geradezu »europäische Verantwortung«, weil in den beiden Wasserflächen der ehemaligen Sandgrube die seltene Gelbbauchunke, die durch europäisches Recht geschützt werde, gemeinsam mit anderen Amphibien wie Erdkröten, Wasserfröschen sowie Berg- und Kammmolchen ein Rückzugsgebiet gefunden habe. Darüber hinaus besitze das neue Schutzgebiet auch eine wichtige Trittsteinfunktion für durchziehende Watt- und Wasservogelarten.

Mai dankte abschließend Stadtrat Dieter Preis aus Treis, der die Stadt Staufenberg vertrat, für die gute Zusammenarbeit mit dem Magistrat und der Stadtverwaltung.

Dr. Achim Zedler, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Gießen, würdigte den Einsatz der örtlichen NABU-Mitglieder, die als ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer die gelungene Organisation und Entwicklung der von der Stiftung übernommenen Naturschutzgebiete erst ermöglicht hatten. Für die Zukunft regte er an, auch ein spezielles Konzept für den Schutz der Pflanzenwelt in der »Alten Sandkaute« zu entwickeln, insbesondere für die Vegetation der je nach Jahreszeit überfluteten oder trockenliegenden Schlämmlingsfluren im Uferbereich der Wasserflächen.

Der Staufenberger NABU-Ortsgruppenvorsitzende Diethard Heyn unterstrich, dass die Übernahme der Alten Sandkaute durch die Stiftung »Hessisches Naturerbe« kein »Schlusspunkt, sondern der Anfang ist, um die Natur aus zweiter Hand weiter zu pflegen und ihre Wertigkeit zu erhalten«. Mit dem neuen Schutzgebiet stehe der NABU vor der Aufgabe, in der Bevölkerung »eine Identifikation mit den natürlichen Schätzen in ihrer Umgebung« zu erzeugen.

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