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Staufenberg: Heimattreffen und Partnerschaftsfeier

Artikel vom 10.08.2010 - 00.24 Uhr

Staufenberg: Heimattreffen und Partnerschaftsfeier

Staufenberg (vh). Das 65. Heimattreffen der ehemaligen Porstendorfer und Uttigsdorfer Landsleute und die Feier des fünfjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft von Staufenberg und Mährisch Trübau (Tschechische Republik) finden am Samstag und Sonntag, 4. und 5. September, in der Stadthalle Staufenberg statt.
Eine Männertracht und eine Frauentracht, die von Isolde Keller zur Verfügung gestellt wurde.
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Eine Männertracht und eine Frauentracht, die von Isolde Keller zur Verfügung gestellt wurde.
»Dies ist wohl einmalig in der Bundesrepublik Deutschland«, kommentiert der Staufenberger Bürgermeister Horst Münch, dass die früheren Bewohner von Porstendorf, heute Stadtteil von Mährisch Trübau, bzw. deren Nachkommen zum 65. Mal in ununterbrochener Reihenfolge für ein Wochenende in Staufenberg zusammenkommen. Zudem wird am 4. September ein Festabend zur Feier der fünfjährigen Verschwisterung von Staufenberg und Mährisch Trübau begangen, an dem selbstverständlich Gäste aus der tschechischen Partnerstadt teilnehmen werden. Die »Allgemeine Zeitung (AZ)« besuchte Heinz Keller, Sohn von Isolde Keller (†) und Enkel des letzten Porstendorfer Bürgermeisters, in der Porstendorfer Stube des Staufenberger Heimatmuseums (»Rote Schule«) in der Vorstadt.

Die Porstendorfer Heimatstube befindet sich im Erdgeschoss des Museums der Heimatvereinigung Staufenberg, das vom Ehrenvorsitzenden und fürheren Vorsitzenden der Heimatvereinigung, Georg Mann, geleitet wird. In der Heimatstube werden vielerlei typische Exponate wie Fahnen und Trachten sowie vor allem gerettete Schriftstücke gezeigt.

Doch wer sich auf die Suche nach einer »richtigen« Stube begibt, findet sich links vom Eingang in einer Ecke wieder, in der rundherum historisch wertvolle optische Geräte der Firma Leitz in Wetzlar aufbewahrt werden. Auf den ersten Blick ist dort alles leicht überschaubar, doch wer die wahren Schätze sucht und nicht das mutmaßlich Spetakuläre, wird bald belohnt. Dann dauert ein Besuch auch etwas länger als geplant. Derzeit nimmt Roland Heger die Aufgaben des Ortsbetreuers der ehemaligen Porstendorfer und Uttigsdorfer wahr und betreut die Landsleute und deren Nachkommen, doch der Name Keller ist und bleibt mit Porstendorf und Uttigsdorf untrennbar verbunden.

Heinz Kellers Mutter Isolde Keller war die Tochter von Rudolf Keller, des letzten Bürgermeisters von Porstendorf vor der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946. Sie hatte schon 1946 das erste Heimattreffen in Staufenberg organisiert und sollte maßgeblich an der Organisation von 60 Heimattreffen in Staufenberg beteiligt sein. Zudem war bei der Gestaltung und Verwaltung der Porstendorfer Heimatstube tätig und als Ortsbetreuerin die Vorgängerin von Roland Heger. In der Porstendorfer Heimatstube erinnert noch eine Original Porstendorfer Frauentracht, die einst von Isolde Keller getragen wurde, an sie, ihre Verdienste und ihr segensreiches Wirken, um die Erinnerungen an die alte Heimat zu bewahren.

»Als junges Mädchen von 17 oder 18 Jahren hat meine Mutter diese Tracht selber genäht«, berichtet der Sohn. Die dazu gehörende Männertracht ist bis auf den in Wien nachgearbeiteten Hut ebenso ein Original.

Die Kontakte zu der von Porstendorf nur rund 200 Kilometer entfernten österreichischen Hauptstadt Wien können Besucher allenthalben entdecken, etwa unter den bekannten Persönlichkeiten aus Porstendorf, die mit Porträtfotografien an der Wand im Gedächtnis bleiben. Franz Budig (1870 bis 1928) beispielsweise war Abgeordneter in Wien. Oder aufbewahrt wird die Feuerverordnung für das offene Land in deutscher und tschechischer Sprache aus dem Jahr 1787, die von Wien verordnet worden war. Von bewunderswerter Akkuratesse sind die Handschriften der offiziellen Schriftstücke wie eine Schulchronik aus Uttigsdorf für die Jahre von 1873 bis 1928, die Aufsichtsratsprotokolle des Porstendorfer Konsum- und Sparvereins aus den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts oder das handgeschriebene Buch »Meine Heimat Porstendorf« von Hubert Hedrich, der einst als Architekten in Mährisch Trübau gewirkt hatte. Eine Steigertracht erinnert an den Kohle- und Tonbergbau. Laut Heinz Keller wurde der Ton einstmals sogar zu den Didier-Werken nach Mainzlar geliefert. Gesang- und Gebetsbücher, Notenmaterial, Skizzen des Reihendorfes Porstendorf, Kirchenfahnen, Haushaltsgeschirr und weiteres Schriftgut warten in der Porstendorfer Heimatstube auf wissbegierige Entdecker, denen Heinz Keller (Telefon 06406/6219) oder Roland Heger (Telefon 06406/1891) gern weitere Auskünfte geben.

Auf dem Programm des 65. Heimattreffens der ehemaligen Porstendorfer und Uttigsdorfer sowie der Feier fünfjährigen Verschwisterung von Staufenberg und Mährisch Trübau stehen:



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