»Omas Kommersabend ist tot, beim TVT ist alles anders«
Staufenberg (vh). »Omas Kommersabend ist heute Abend tot, beim TVT ist alles anders«, meinte Regierungspräsident Wilfried Schmied anlässlich der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des TV Treis 1959 im Festzelt auf dem Sportgelände. Was anderenorts für gewöhnlich mit einem so genannten Akademischen Abend Würdigung findet, lief beim TVT unter deutlich bewegteren Vorzeichen mit Tanz- und Turndarbietungen sowie einer Modenschau.
... sowie turbulente Showtanz-Vorführungen aus der heutigen Zeit.
Glücklicherweise ohne die obligate ellenlange Auflistung der Vereinschronik, gibt es dafür doch schließlich die Internetseite www.tvtreis.de, wo man selbst in Ruhe nachlesen kann. Stattdessen Grußworte, Unterhaltung satt, viele Ehrungen und noch mehr Geselligkeit.
Für Regierungspräsident Schmied, der auch Glückwünsche der Landesregierung überbrachte, war es einer der kürzesten, vielleicht der kürzeste Weg zu einem offiziellen Anlass überhaupt - nur etwa 300 Meter, ist der künftige Ruheständler doch seit 1966 in Treis zu Hause. So konnte Schmied sicher mit Fug und Recht behaupten, er habe die Geschichte des TVT praktisch »hautnah miterleben können«. Vor allem aber sei ihm eines positiv aufgefallen: eben das übergeordnete Vereinsziel, »den Zusammenhalt der Familien zu fördern« und die Mitgliedschaft »zu einem Erlebnis zu machen«. Unter drei Sport treibenden Vereinen in Treis zähle allein der TVT 700 Mitglieder. Schmied wünschte dem Turnverein auch künftig, es möge diesem gelingen, »die ganz junge Generation heranzuführen, damit die nächsten 50 Jahre abgesichert sind«. Den üblichen Scheck hatte er im Übrigen auch dabei.
Viel Anerkennung für geleistete Arbeit
Ebenfalls im Staufenberger Rathaus hat man noch paar Euro zusammengekratzt: »Wir haben ja nicht mehr viele«, witzelte Stadtrat Dieter Preis. Der überbrachte sein Grußwort stellvertretend für Bürgermeister Münch und namens aller städtischen Gremien und sprach seine »Anerkennung für die geleistete Arbeit, besonders im Bereich Turnen und Leichtathletik« aus. Preis erinnerte an die notwendigen Kraftakte der Aufbaujahre, die bald schon durch erste sportliche Erfolge, etwa bei Bergturnfesten, gekrönt wurden. Für die Jugend- und die Seniorenarbeit im Verein hatte der städtische Vertreter noch ein Extralob. Dann wünschte er noch »ein gutes Gelingen auch künftig auf allen Ebenen«.
Für die sehr zahlreich vertretenen Ortsvereine sprach deren aktuell gewählter Sprecher Andreas Becker, der Vorsitzende der Burschenschaft »Träser Muspretzer«. Sein Dank ging zuvorderst in Richtung der fleißigen Mithilfe des TVT bei der Kirmesgestaltung, denn, so Becker, »Kirmes ohne die Ortsvereine ist nicht mehr möglich«. Er hatte für die Burschenschaft einen Scheck mitgebracht und deutete an, dass von den übrigen Vereinen abseits dieser Feier etwas rübergereicht werde.
Zahlreich gestaltete sich die Liste der Geehrten, deren Würdigung allerdings in lockerer Reihenfolge eingestreut wurde.
Ehrung für die Gründungsmitglieder
Den reich bebilderten Jahreskalender des LSB erhielten die Gründungsmitglieder vom 2. Mai 1959: Stefan Hausner, Erich Klein, Martha Lenk, Heinrich Nickel, Helga Ortwein, Helmut Ortwein, Christa Schmidt, Wilhelm Schmidt, Helmut Schneider, Johanna Schuch, Ludwig Schuch und Dieter Vöglin. Noch im Gründungsjahr, aber einige Wochen später kamen Renate Klein, Lieselotte Mayer und Hilde Klimt hinzu. Sie erhielten ebenso den Sportkalender.