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Mit »Feuereifer« für die Lumdatalbahn

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Artikel vom 26.02.2016 - 17.43 Uhr

Mit »Feuereifer« für die Lumdatalbahn

Staufenberg (vh). Ist das Lumdatal etwa die Walachei? Oder zählt es zum Umland des mittelhessischen Oberzentrums Gießen? Für Karl Heinz Reitz, den gebürtigen Laubacher, Ruheständler und zuletzt in der Zentrale der Deutschen Bahn AG tätig, ist die Sache klar. In der Walachei lohne sich der Bau einer Bahnstrecke nicht. Vom Lumdatal aus führten die Wege aber ins Oberzentrum nach Gießen, auch nach Marburg, die Züge seien 80 Stundenkilometer schnell und es gebe genügend Haltestellen.

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© Volker Heller
Wie man jetzt richtig vermutet, geht es um die Reaktivierung der Lumdatalbahn. Das Verfahren hat das entscheidende Jahr vor sich. Wenn 2016 nichts Zukunfsweisendes passiert, dann wohl niemals mehr. Zu einem Infoabend hatte der Verein Lumdatalbahn in die Treiser Gaststätte »Zur Krone« geladen. Rund 50 Gäste kamen. Auch die Bürgermeister von Staufenberg (Peter Gefeller) und Rabenau (Kurt Hillgärtner).

Das frühere Bahn-Vorstandsmitglied stand nicht auf der Rednerliste, wusste aber zum Veranstaltungsende am besten Bescheid. Es ging um die Finanzen. Dass die Sache am Geld nicht scheitern muss, erklärte Reitz. Bau und Betrieb der Lumdatal-Trasse seien nämlich klar voneinander zu trennen. Die Investitionskosten für eine Reaktivierung hätten die Nutznießer zu stemmen. Also die Kommunen entlang der Bahntrasse, die Stadt Gießen womöglich und auch der Landkreis Gießen.

Für den Betrieb sei ausschließlich der Rhein-Main-Verkehrsverbund zuständig. Und der RMV habe Geld genug. Der Streckenbetrieb werde europaweit ausgeschrieben, der künftige Streckenbetreiber sorge sich um Fahrzeuge und Personal. Wie viel das kostet, könne den Kommunen schnuppe sein. Sie seien aus der Verantwortung.

Michael Laux, Vorsitzender des Vereins Lumdatalbahn, erläuterte die Investitionskosten. Rund 11,3 Millionen Euro laut Vorstufenprüfung. Etwa 85 Prozent davon würden vom Land Hessen und vom Bund übernommen. So stehe es im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, das jedoch 2019 in seiner heutigen Form auslaufe. Den Restbetrag teilten sich die Kommunen Lollar, Staufenberg, Allendorf und Rabenau, mutmaßlich auch die Stadt Gießen, denn sie profitiere von einem neuen Zubringer, und letztlich der Landkreis. Es gehe jeweils um einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich, sagte Laux.

Ehrgeiziges Projekt

Thomas Kraft vom Fahrgastverband Pro Bahn sagte, im Bereich des RMV liege die Kostendeckung durch den Fahrkartenverkauf bei durchschnittlich 57 Prozent. Er zeigte auf das ehrgeizige Projekt Hessen-Express im Rhein-Main-Gebiet, wo alleine die neue S-Bahn-Haltestelle Gateway-Gardens nahe des Flughafens 200 Millionen Euro kosten solle.



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Artikel vom 26.02.2016 - 17.43 Uhr
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