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Mainzlarer Kinder wollen in Haiti helfen

Artikel vom 28.01.2010 - 09.00 Uhr

Mainzlarer Kinder wollen in Haiti helfen

Staufenberg (mb). Helfen? Ja, das wollen sie unbedingt! Die Kinder der Lindenhofschule in Mainzlar sind »Feuer und Flamme«. Sie haben die Fernseh- und die Zeitungsbilder von den armen Menschen und den zerstörten Häusern nach dem Erdbeben in Haiti gesehen und mit ihren Eltern und ihren Lehrerinnen darüber gesprochen, dass viele Kinder jetzt tot sind und viele lebende Kinder nichts zu trinken und zu essen haben.
Vor der Zerstörung: Kinder in der Nidda-Schule im Armenviertel von Port-au-Prince, der »Cité Soleil«. Die vom Bürgerverein Nidda
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Vor der Zerstörung: Kinder in der Nidda-Schule im Armenviertel von Port-au-Prince, der »Cité Soleil«. Die vom Bürgerverein Nidda unterstützte Schule stürzte ein; viele Kinder wurden getötet; noch stehende Gebäudeteile sind einsturzgefährdet und können nicht betreten werden.
Sie wissen auch, dass ihre Schulleiterin, Rektorin Kirsten Jäger, seit rund 20 Jahren ein Patenkind in Haiti hat und dass es im gefährlichsten Armenviertel der Welt, der »Cité Soleil«, eine Nidda-Schule gibt. Für morgen, Freitag, 29. Januar, 15 bis 17 Uhr, laden die dritte und die vierte Klasse mit dem Förderverein ihrer Grundschule und dem Lehrerinnenkollegium zu einem Spielsachen-Flohmarkt ein, dessen Erlös für Haiti bestimmt ist.

Die Entscheidung, alle Mainzlarer und alle Leute aus der Umgebung, die mithelfen wollen, zu einem Spielsachen-Flohmarkt einzuladen, fiel in der Lindenhofschule in der vorigen Woche. Der Förderverein mit seiner neuen Vorsitzenden Sigrid Müller war sofort dabei. Die Schulleiterin schrieb am 21. Januar einen Elternbrief, in dem steht: »Es wäre toll, wenn sich Ihr Kind von dem einen oder anderen Spielzeug, Buch, Kassette oder Kuscheltier trennen und es zugunsten der Nidda-Schule in Port-au-Prince zum Verkauf anbieten könnte.«. Gebeten wurde darum, die Spenden bis zum gestrigen Mittwoch in die Schule mitzugeben - und nun gleicht der Büchereiraum einem Warenlager.

Das Lehrerinnenkollegium war gestern und ist heute damit beschäftigt, die Gaben der Kinder zu sortieren, preislich einzuordnen und für Verkaufstische vorzubereiten. Der Verkaufserlös wird komplett gespendet. Das gilt auch für die Einnahmen aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, die von Eltern gebacken und gespendet werden. Geldspenden werden selbstverständlich ebenfalls entgegengenommen. Eine Familie, die am Freitagnachmittag nicht dabei sein kann, brachte bereits 30 Euro in die Lindenhofschule: Die beiden Kinder hatten auf ihr Januar-Taschengeld in Höhe von je 15 Euro verzichtet.

Das Spendengeld wird an der Bürgerverein Nidda weitergeleitet, der die vom Erdbeben zerstörte Nidda-Schule im Slum »Cité Soleil« seit Jahren unterstützt und sich um deren Wiederaufbau bemühen wird. Der Schulleiter überlebte und meldete sich inzwischen; viele Kinder sind tot. Nach Haiti wird das Geld erst fließen, wenn das zusammengebrochene Bankensystem wieder funktioniert, sichert Rektorin Jäger zu, die als Patin regelmäßig Nachrichten aus der Nidda-Schule erhält und weiß, dass ohne bürokratischen Aufwand ganz direkt geholfen wird.

Die Kinder der dritten und der vierten Klasse waren an den vergangenen Tagen geichfalls nicht untätig. Sie stellten Plakate her und verteilten sie in der Stadt Staufenberg, um auf den Flohmarkt aufmerksam zu machen. In der Schule bestückten sie Stellwände mit Fotos aus Haiti vor und nach dem Erdbeben und Zeitungsausschnitten mit Berichten über die Naturkatastrophe.

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Artikel vom 28.01.2010 - 09.00 Uhr
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