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Letzter Arbeitstag des Busfahrers Gerhard Will aus Treis

Artikel vom 21.12.2011 - 12.15 Uhr

Letzter Arbeitstag des Busfahrers Gerhard Will aus Treis

Staufenberg/Allendorf/Lda. (lom). »Hallo Gerhard« und »Tschüss Gerhard«: Das wurde Gerhard Will (63) aus Treis als Schulbusfahrer am letzten Schultag des Jahres 2011 von einsteigenden und aussteigenden Schulkindern im oberen Lumdatal am Dienstag zugerufen.

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Gerhard Will an der Grundschule »Am Eulenturm« in Allendorf/Lumda: Kollegium und Grundschüler haben ihm zum Abschied ein Lied gewidmet. (Foto: lom)
Der Termin vor Beginn der Weihnachtsferien war sein letzter Arbeitstag.

Wie sein Arbeitgeber Sebastian Erletz vom gleichnamigen Unternehmen gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung unterstrich, gehe eine Identifikationsfigur des Unternehmens von Bord. »Seit 1973 ist er im Unternehmen beschäftigt.« Er sei bei den Fahrgästen und Kollegen sowie bei der Geschäftsleitung beliebt wegen seiner ruhigen und besonnener Art, was sich auch in seiner langen Betriebszugehörigkeit bemerkbar macht. Das Unternehmen bedauert und findet es sehr schade, dass es einen so guten Mitarbeiter verliert. »Wir wünschen ihm für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute und viel Gesundheit«.

Eine Überraschung wartete auf ihn an der Grundschule »Am Eulenturm« in Allendorf/Lumda. Ihren Dank drückten das Kollegium und die Schüler mit einem selbstgedichteten Lied aus »Unser Gerhard fährt gerne Omnibus schon seit über 30 Jahren....«. Ehefrau Marianne, Schwiegertochter Christina und Enkel Jonas hatten dann für die Kinder einige Süßigkeiten parat.

Will hatte an seinem letzten Arbeitstag noch volles Programm: Vom Schnee ganz zu schweigen. Den Bus übernahm er um 5.15 Uhr in Staufenberg und um 5.40 Uhr hielt er an der Bushaltestelle in Salzböden. kurz vor 6 Uhr ging es von Lollar, Ortsmitte, nach Rüddingshausen, von dort aus gegen 6.55 Uhr weiter zur Gesamtschule Lumdatal in Allendorf/Lumda. Nächster Punkt war dann der Bahnhof in Grünberg. Seine letzte Tour war dann ab der Grundschule »Am Eulenturm« nach Nordeck, zurück über Allendorf/Lumda nach Climbach und Allertshausen. Nach 39 Jahren unfallfreiem Schülertransport – abgesehen von kleineren Bagatellschäden durch Fremdverschulden – blickt Gerhard Will positiv zurück.

Bei glatten Fahrbahnen am Berg
oft nur Rückwärtsfahren möglich

Rund 2,5 Millionen Fahrkilometer, überwiegend im Schülertransport oder auch die Fahrten nach St. Peter inbegriffen, waren es nach seiner Schätzung schon. Vielleicht auch ein paar mehr Kilometer.

So manche Erinnerungen bleiben. Wie zum Beispiel, als die Amerikaner noch mit ihren Panzern in Manövern durch die Lande fuhren. »Da musste ich mich auf dem Weg nach Rüddingshausen an all den Panzern vorbei- schlängeln.« Zwei Stunden hatte dieses gedauert. Dann wurde ihm vom damaligen Leiter der Gesamtschule mitgeteilt, dass die Schule ausfallen würde. Also: Zurück des Weges. In zwei weiteren Stunden«. Oder, dass er bei glatter Fahrbahn in vergangenen Wintern dreimal am Climbacher Berg rückwärts nach Allendorf/Lumda fahren musste. Etwas möchte der langjährige Busfahrer den Erwachsenen und Kindern noch auf den Weg mitgeben: »Es ist nicht schön, wenn man in seinem Bus die Sitze zerschnitten bekommt, was schon öfters der Fall war und keiner zur Verantwortung gezogen werden kann.« Sein Appell an Eltern und Fahrgäste: »Helft mit, solche Schäden zu vermeiden.«

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Artikel vom 21.12.2011 - 12.15 Uhr
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