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Legendärer Olympiasieger als Kabarettist in Treis

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Artikel vom 27.10.2014 - 15.23 Uhr

Legendärer Olympiasieger als Kabarettist in Treis

Staufenberg (vh). Olympisch hart am Ball war Treis am Freitagabend. Beim »Bing« (Bahnhofsgaststätte) war alles hübsch angerichtet: beringte Fahne, rote Fackel, goldene Medaille und ein leibhaftiger Olympiasieger. Augenblick mal. Schlaff hing die Fahne runter, elektrisch brannte die Fackel, ein 1992er-Modell die Medaille, im erdbraunen Anzug steckte der Olympionike. Das war doch eine Show.

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Dieter Baumann lästert über das IOC.
© Volker Heller
Richtig, die Bühnenshow mit Dieter Baumann. Aus dem legendären Olympiasieger und missglückten »Zähneputzer« ist nun der sportliche Kabarettist geworden.

»Die Götter und Olympia« lautet Baumanns aktuelles Programm. Eingeladen hatte ihn der Lauf- und Walkingtreff Treis um Lauftreffleiter Hans Hausner und der Medienbeauftragten Rosi Hausner. 150 Leute füllten den Saal. Gekommen war auch der begeisterte Hobbyläufer Jörg König, Bürgermeister von Linden. Müßiggang vor dem Showdown, denn erneut zum Frankfurt-Marathon (am gestrigen Sonntag) wollten einige Vertreter des Lauftreffs, zum Brezellauf, dem fünf Kilometer-Warm-up am Vortag, auch Dieter Baumann. Den Marathon kommentierte er dann live für das HR-Fernsehen.

Lästern geht auch

Sein Zwei-Stunden-Programm in Treis lebt von Zuschauerfragen. Ob Marathon gesund sei. »Wenn Sie den Frankfurt-Marathon absagen, das ist gesund«, sagt der gertenschlanke Baumann. Hoppla, man wolle sich ja Dutzen, von wegen alles Gleichgesinnte. Sie nur als Ausnahme für Nordic-Walker. Warmwerden schafft der schnellste Läufer, den Treis je gesehen hat, mittels 10000-Meter-Zeiten. Vorsitzender Thomas Glade bietet 41 Minuten, ein anderer Zuschauer eine 38. Unter 45 ist für den Hobbyläufer ordentlich. 1997 brauchte Dieter Baumann 27:21,53 Minuten, das war deutsche Rekordzeit – und ist es bis heute.

Die Sache mit der Minutenklauberei sieht er heute anders. Sein Bühnenprogramm scheint endlos. Allerdings unterhaltsam und kurzweilig. Es herrscht viel Heiterkeit im Raum. Lästern geht auch und bissig sein. Die olympische Goldmedaille von Barcelona baumelt achtlos an der Stehleiter, dem Podest für Fackel und Fahne, und der Sportsmann äußert allen Ernstes, eigentlicher Champion sei derjenige mit den meisten Anstecknadeln (Pins) am Hut.

Somit landet Baumann im olympischen Dorf, wo drei Wochen lang unterschiedlichste Typen aufeinander träfen. Dabei werde so gut wie alles getauscht. Manchmal die Unterhose. Beim Namentausch geht Baumann auf Konfrontation. Es habe mal ein Rennrodler aus Tonga/Südsee namens Fuahea Semi von der Teilnahme bei Winterspielen geträumt, und Thomas Bach schon 2009 auf eine Namensänderung in Bruno Banani gedrungen, der sodann 2014 in Sotschi tatsächlich angetreten sei. Warum bloß habe Bach zu Sotschi, dem einzigen Ort Russlands ohne Schnee, als Austragungsstätte nichts gesagt. Das vermutlich rund um Sotschi herum aufgestellte Wachpersonal habe Putin wohl gleich weiter auf die Krim und Urkaine geschickt, so der Ex-Sportler und Kabarettist. Zu allem Überfluss erhalte Russland 2018 noch die Fußball-WM. Das Endspiel sei dann in Leipzig. Die Pointe braucht länger. Dazu mussten die Zuschauer diesen Witz aus der vermeintlichen Unterhaltung von Merkel und Putin kennen.



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Artikel vom 27.10.2014 - 15.23 Uhr
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