Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Staufenberg »

»Jesus Christ« macht Treis/Lumda zum Superstar

Artikel vom 15.01.2012 - 20.36 Uhr

»Jesus Christ« macht Treis/Lumda zum Superstar

Staufenberg. – Das muss man ihnen erstmal nachmachen: Ein Dreivierteljahr haben sie sich zusammengerauft, sich an den kniffligen Texten und schwierigen Melodien fast die Zähne ausgebissen, eine nahezu geniale Umsetzung der bildgewaltigen Vorlage für die Aufführung in einer vergleichsweise schlichten Halle entwickelt.

ik_Treis29_160112_4c_2
Lupe - Artikelbild vergrössern
Bildgewaltig kommt die Inszenierung des Treiser Jugendchores daher. Besonders nachhaltig wirkt die Szene mit Jesus nach dem Verhör durch Pontius Pilatus und den anschließenden 39 Seitenhieben. Die blutverschmierten Hände hebend, fordert das Volk den Tod des Gottessohnes.
© Foto: ik
Sie haben Kostüme erfunden, Kulissen gebastelt, sich mit »ihrer Band« den Feinschliff draufgeschafft und geprobt, geprobt, geprobt… Am Samstagabend erntete der Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde Treis den wohlverdienten Lohn für eine megastarke Leistung. Die Premiere ihrer Version der weltberühmten Rockoper »Jesus Christ Superstar« in der mit 350 Menschen restlos ausverkauften Sport- und Kulturhalle in Treis war ein triumphaler Erfolg.

»Ich muss es loswerden: Ich bin wahnsinnig stolz auf Euch!« platzte es nach der zweieinhalbstündigen Aufführung aus der überglücklichen Daniela Werner, »Mastermind« der Treiser Sängerschar, heraus. Gerade eben war sie selbst unter dem tosenden Beifall und »Dani, Dani«-Rufen von ihrem Platz am Klavier auf die Bühne komplimentiert worden – nun wurden alle vom Publikum frenetisch gefeiert. Andreas Lenz überreichte einen üppigen Blumenstrauß »an die Frau, für die mir selbst als Pfarrer immer wieder die Worte fehlen!« Eine berechtigte Anmerkung.



Ambitionierte Gemeinschaftsleistung



Während das Fernsehvolk an diesem Abend mit der neuesten Staffel von »Deutschland sucht den Superstar« abgefertigt wurde, schickte sich zeitgleich im Gießener Land ein ganzes Dorf an, zum Superstar zu werden. Denn um diese Rockoper aufzuführen, die 1971 der erste Welterfolg des Komponisten Sir Andrew Lloyd Webber und des Songtexters Tim Rice war, bedarf es noch viel mehr als der überaus ambitionierten Sänger im Alter von zwölf bis 24 Jahren. Musik, Ton, Licht, Kulissen, Requisiten, Kostüme – das alles erfordert eigentlich tausend Hände. Und die sind in Treis da, wenn man sie braucht – alle, alle haben sie mitgeholfen. Sogar die Verpflegung der Besucher in der Pause mit Getränken und köstlichen Baguettes war generalstabsmäßig vorbereitet.

ik_Treis26_160112_4c_4
Lupe - Artikelbild vergrössern
Publikumsliebling mit überaus fieser Rolle: Josua Lenz als Herodes mit Lisa-Marie Krause (l.) und Fabienne Ulrich.
© Foto: ik
Zweifellos kann man »den Treisern« eine gewisse Routine in derlei Angelegenheiten bescheinigen. Nach den Erfolgen mit dem »Löwenkönig« (2009) und »Aida« (2010) war von einem vergleichbaren Coup fest auszugehen. Doch diesmal hatten sich die jungen Leute an schwierigste Materie herangewagt. Das opulente Werk beschreibt die letzten sieben Tage im Leben Jesu – eine mit modernen Elementen gespickte Rockoper in Anlehnung an die Erzählungen der Bibel. Einzelne Szenen führen vom Jubel des Einzugs in Jerusalem und der Begeisterung der Anhänger Jesu über den Mordkomplott bis hin zum letzten Abendmahl, dem Verrat durch Judas und schließlich zur Kreuzigung des Gottessohnes.



Junge Stimmen, starke Charaktere



Abermals waren die Erwartungen des Publikums, der »Fans des Treiser Jugendchores« (O-Ton Pfarrer Lenz), hoch gesteckt – abermals wird Qualität geboten. Mehr noch: Abermals sind die drei Dutzend Sängerinnen und Sänger an und mit ihren Leistungen gewachsen. Die Stimmen sind gegenüber der damals schon bemerkenswerten »Aida«-Inszenierung noch fester und charakteristischer geworden, die schauspielerischen Leistungen noch ausgeprägter. Choreografische Elemente fließen scheinbar mit Leichtigkeit in die Aufführung ein. Und wenn’s dann doch mal holpert mit dem Text, dann wird das selbstsicher überspielt.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 15.01.2012 - 20.36 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Mehr zum Thema
»Jesus Christ Superstar« in Treis
Leserkommentare
(17.01.2012 21:38)
Harry
@ Sabine Kolner
Sie haben Humor hier solche lustigen zu posten! haha, sehr gut.
(17.01.2012 18:54)
Sabine Kolner
-----
<p>Der Kommentar verstößt gegen unsere Nutzungsbedingungen und wurde gelöscht. Wir können solche Werbe-Links in den Kommentaren nicht akzeptieren.</p>



<p>Ihre Online-Redaktion</p>
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang