Staufenberg (sha). »Es ist jedesmal wieder verblüffend, wie die Kinder mitgehen«, stellte Rektorin Claudia Schmidt am Freitagnachmittag der vergangenen Woche sehr zufrieden fest, als die 60 Kinder der Waldschule im Rahmen einer Vernissage ihren Eltern und weiteren interessierten Angehörigen stolz die Ergebnisse ihrer Projektwoche präsentierten.
Spiralförmig bewegten sich die kleinen Künstler der Hundertwasser-Gruppe durch die Projektwoche in der Waldschule. (Fotos: sha)
Schon seit vielen Jahren richtet die Grundschule des Landkreises Gießen im Frühling eine Projektwoche aus, die sich im jährlichen Wechsel mit den Themenkomplexen »Kunst und Kultur« oder »Natur und Umwelt« beschäftigt.
In diesem Jahr waren wieder »Kunst und Kultur« angesagt. Die Mädchen und Jungen konnten zwischen sechs unterschiedlichen Projektgruppen wählen, in denen sie gemeinsam mit einer betreuenden Lehrerin in der ersten Märzwoche unter anderem viel Wissenswertes über das Leben und das Werk von bildenden Künstlern wie Friedensreich Hundertwasser oder Franz Marc erfahren konnten.
Selbstverständlich war auch die künstlerische Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler ein Ziel der Projektwoche, und so entstanden zahlreiche beeindruckende Arbeiten der Nachwuchskünstler aus Daubringen, die am Freitagnachmittag in aller Ruhe bewundert werden konnten. Die Farbe spiele eine bedeutende Rolle, unterstrich Schulleiterin Claudia Schmidt im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung«. Deshalb seien zur Beschäftigung in der Projektwoche ganz bewusst Künstler ausgewählt worden, »die für ihre lebendige Farbgestaltung bekannt sind«. Die Projektgruppe »Kunst in der Steinzeit« habe den Kindern vor Augen führen sollen, so die Rektorin dass Menschen »schon in sehr früher Zeit kunstschaffend waren«.
Bei der konkreten Auswahl der Themen für die einzelnen Gruppen seien die Kolleginnen »weitgehend frei«. Es komme vor allem darauf an, die Kinder anzusprechen, so Claudia Schmidt.
Eine große Anzahl farbenfroher Gemälde im Stil der thematisierten Künstler schmückte am Freitagnachmittag die Flure und die Klassenzimmer der Waldschule ebenso wie eine Truppe in Sackleinen kostümierter kleiner Steinzeitmenschen, die stolz ihre selbst entworfenen und hergestellten Ketten und Gürtel aus Muscheln zeigten.
Die Leiterin der Waldschule betonte, dass sich alle Grundschülerinnen und Grundschüler je »nach ihrer Interessenlage jahrgangsübergreifend« in die jeweiligen Projektgruppen einwählen konnten. Auch die Grundschulen seien heutzutage bereits »sehr verkopft«, weshalb mit der Projektwoche »Raum für Kreativität und künstlerische Themen« geschaffen werden solle. Darüber hinaus betonte Rektorin Schmidt, dass ein wichtiger Lerneffekt der Projektwoche darin bestehe, dass die Mädchen und Jungen in ihren Gruppen angehalten seien, ein konkretes Ziel, in diesem Fall den Abschluss des jeweiligen Projektes, gemeinsam kontinuierlich zu verfolgen und schließlich zusammen zu erreichen.
Der Eifer, mit dem von den Kindern an ihren eigenen Kunstwerken gemalt und gebastelt worden war, spreche für sich, so die Schulleiterin. Die Begeisterung für künstlerisches Gestalten habe sie geradezu gepackt.