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Daubringen: " Leiden der jungen Väter" vor rappelvollem Gotteshaus

Artikel vom 14.03.2010 - 22.41 Uhr

Daubringen: " Leiden der jungen Väter" vor rappelvollem Gotteshaus

Staufenberg (vh). Es müssen nicht immer einschlägige Vertreter des Kirchenkabaretts bestellt werden, um das Ungewohnte - satirische Kleinkunst im Gotteshaus - zu bieten: Als Auftaktveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche Daubringen zeigte das renommierte Kabarett-Duo »FaberhaftGuth« mit Martin Guth (Pohl-Göns) und Dietrich Faber (Gießen) ein letztes Mal ihr Programm »Papanoia - die Leiden der jungen Väter«. Rappelvolle Kirche, prächtige Stimmung.
Boten in Daubringen letztmals ihr Programm  »Papanoia«: Martin Guth und Dietrich Faber.
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Boten in Daubringen letztmals ihr Programm »Papanoia«: Martin Guth und Dietrich Faber.
Erstmals hatten die zwei Sympathieträger im März 2006 hingebungsvolle Blicke auf die Väterrolle gelenkt - bundesweite Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Eigentlich sollte nach vier Jahre Schluss sein. Doch fürs Kirchenjubiläum - und Kirche dient eben zuvörderst den Menschen mit ihren Sorgen und Nöten - machten Guth und Faber die Ausnahme. Nach x Auftritten wird »Papanoia« jedenfalls im mittelhessischen Bereich aber endgültig nicht mehr auf die Bühne kommen (potzblitz: Beleuchtung und Tontechnik funktionierten einfach hervorragend, manche Kleinkunstbühne hat damit ihre liebe Not).

Gegen Guths charmante Offensivkraft und die gespielte Hilflosigkeit seines kongenialen Partners hatte das Publikum kaum eine Chance. Und Pfarrer Traugott Stein witzelte eingangs, die Kirche sei fast so voll wie zum Gottesdienst. »FaberhaftGuth« spulten keine Routine ab, sondern frisch und kreativ wie am ersten Tag vor vier Jahren. Freilich hier und da ein wenig tagesaktuell aufgefrischt. Ein »Käßmann«-Witz blieb aber in der Schublade. Das Duo blickte in die Abgründe der Geschlechterrollen zwischen neumodischer Selbstverwirklichung und banaler Alltagswirklichkeit. Ob als partnerschaftlicher Schlagabtausch, solistisches Zwischenspiel oder musikalische Hommage: Guth und Faber sind enorm flexibel und wandlungsfähig. Das emotionale Spektrum reichte vom energischen Solo Martin Guths in der überzogenen Rolle eines überkandidelten Kinderpädagogik-Beraters, der den Bühnenraum unwirsch durchmisst, bis hin zum melancholischen Lied über die kleine Kriegerin (Tochter), die sich erfolgreich gegen das Einschlafen wehrt. Guth singt (gar nicht mal übel), Faber am E-Piano und als Mini-Background - was für ein anrührender Moment in einem streckenweise recht flotten Programm. Kurzum, ein Jubiläumsauftakt nach Maß. Weiter geht’s am 3./4. Juli mit dem Dorffest und der Mundartgruppe »Kork«.

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Artikel vom 14.03.2010 - 22.41 Uhr
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