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Wildkatzen streunen wieder durch die Wetterau

Artikel vom 05.01.2012 - 10.41 Uhr

Wildkatzen streunen wieder durch die Wetterau

Wetteraukreis (bd/hed). Man sieht sie nicht oft, aber die Chancen werden größer: Die scheue Wildkatze ist seit geraumer Zeit wieder vermehrt in den Wetterauer Wäldern unterwegs, berichten Jäger und Revierförster.

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Wieder auf der Lauer. (Foto: www.wildkatze.info/©Thomas Stephan)
Der BUND will nahe den Wäldern rund um Rosbach, Ober-Mörlen und Butzbach Korridore schaffen, um den Tieren den Weg vom Hochtaunus zum Vogelsberg oder in den Spessart zu ermöglichen. Ein neuer Wildkatzen-Erlebnispfad am Winterstein soll den Waldbesuchern Infos über die Tiere liefern.

Jahr für Jahr vergrößert die Wildkatze ihren Lebensraum in Mittelhessen – und die Naturschutzverbände helfen bei der Wiedereinbürgerung. Denn die Populationen im Taunus, Spessart oder Rothaargebirge kommen durch von Menschen errichtete Barrieren (Siedlungen, Straßen, Landwirtschaft) kaum in Kontakt – und das ist schlecht, finden die Naturschützer: »Wenn Wildkatzenpopulationen keinen genetischen Austausch untereinander haben können, besteht die Gefahr einer Inzucht-Depression«, sagt Sarah Friedrichsdorf vom BUND Hessen. Das 2004 gegründete »Rettungsnetz für die Wildkatze« will die Wälder in Deutschland durch grüne Wanderkorridore verbinden. Das ehrgeizige Ziel: ein Waldnetzwerk von 20 000 Kilometern Länge. Das komme nicht nur den 5000 bis 7000 Wildkatzen zugute: Eine gutes Waldnetzwerk helfe dabei, die Artenvielfalt zu erhalten, sagt Friedrichsdorf.

In der dicht besiedelten Wetterau gibt es bislang kaum Durchlässe für die scheuen Wildtiere. Vor allem A 5 und A 45 blockieren den Weg des Wildkatzen-Männchens, dessen Streungebiet laut Friedrichsdorf bis zu 5000 Hektar umfassen kann. Daher verfolgt der BUND seine Korridor-Idee vor allem in der nördlichen Wetterau zwischen Butzbach und Gießen. Weiter Richtung Norden gelangen die Tiere zum Schelder Wald, weiter östlich kommen Vogelsberg, Büdinger Wald und der Spessart. Bei der Realisierung setzt man vor allem auf freiwillige Pflanz-Beiträge von Kommunen und Privatpersonen.

Aber auch die Jäger sollen ihren Teil beitragen. Wildkatzen dürfen nicht geschossen werden, für sie gilt eine ganzjährige Schonung, erklärt Revierförsterin Hermine Link von Hessen-Forst. Auch Hauskatzen würden die Jäger nicht mehr schießen, da sie leicht mit Wildkatzen verwechselt werden könnten.

Mit der Einrichtung eines sechs Kilometer langen Wildkatzen-Erlebnispfads am Winterstein (beginnend am ehemaligen Truppenübungsplatz) will der BUND das Wildkatzen-Netzwerk unterstützen. Die Eröffnung ist für dieses Frühjahr geplant. An zehn Stationen sollen Infos durch »Handy-Audioguides« abrufbar sein. Die Anlage wird auch einen Picknickplatz und eine Schutzhütte erhalten.

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Artikel vom 05.01.2012 - 10.41 Uhr
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