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Melanies Haare müssen bis Mitternacht halten

Artikel vom 24.01.2012 - 10.39 Uhr

Melanies Haare müssen bis Mitternacht halten

Wetteraukreis/Wiesbaden (sky). Zum Empfang der Tollitäten hatten Ministerpräsident Volker Bouffier und seine Gattin Ursula für Samstag nach Wiesbaden eingeladen. Über 90 Prinzenpaare, Gutsherren und Fürsten – teilweise mit Hofstaat – waren gekommen, unter ihnen auch die Repräsentanten von drei Wetterauer Karnevalsvereinen.

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Morgens ist »Hasenspringer«-Prinzessin Melanie I. beim Friseur ...
Aus Ober-Mörlen, Butzbach-Griedel und Rosbach hatten sie die Reise zu »Hessens gut Stubb« angetreten, um sie mit ihren festlichen Ornaten, mit ihrem glitzernden Schmuck und funkelnden Orden fast vier Stunden lang in eine Hochburg närrischen Treibens zu verwandeln.

Schon um acht Uhr morgens ist Rosbachs Prinzessin Melanie I. vom Karnevalsverein »Die Hasenspringer« auf dem Weg zum Friseur, um sich dort für den großen Auftritt schminken und frisieren zu lassen. Noch trägt sie ihre Lieblingskleidung – bequeme Jeans und Pulli. Frisörin Natascha hat alle Hände voll zu tun, um die über 60 Zentimeter lange, dunkle Haarpracht in eine ebenso elegante wie widerstandsfähige Hochsteckfrisur zu verwandeln. »Sie muss bis heute Nacht halten, denn wir sind am Abend noch auf zwei Sitzungen eingeladen«, sagt Melanie. Nach eineinhalb Stunden ist es so weit: Die Haare sind gebändigt, die Jeans sind gegen das lila-weiße Ornat getauscht, und Prinz Christopher I. kann mit dem Wagen vorfahren, um die Prinzessin an seiner Seite Richtung Landeshauptstadt zu chauffieren. Der Reifrock, der ihrem Kleid bei offiziellen Auftritten den letzten Schliff gibt, liegt im Kofferraum. »Damit käme ich ja gar nicht ins Auto, deshalb ziehe ich ihn immer erst an Ort und Stelle an«, schmunzelt die Repräsentantin der Rosbacher Narrenschar.

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... am Mittag trifft sie mit Prinz Christopher das Ehepaar Bouffier.
Für das Prinzenpaar ist es erst der zweite Auftritt in dieser Kampagne. Vor zwei Wochen sind sie in Laubach beim »Prinzentreffen« mit dabei gewesen, dem größten Treffen von närrischen Hoheiten, Tollitäten und Honoratioren in der Region. »Dort haben wir viele nette Leute kennengelernt«, berichtet Melanie. Jetzt freut sie sich schon darauf, die neu gewonnenen Freunde wiederzutreffen. In Wiesbaden angekommen, halten Melanie und Christopher Ausschau nach ihnen, doch zwischen den vielen rauschenden Gewändern und farbenfrohen Kopfbedeckungen ist das gar nicht so einfach. Außerdem muss man sich in Acht nehmen, denn manch ein Federschmuck der stattlichen Prinzen scheint dafür prädestiniert zu sein, den dahinter Stehenden einmal kräftig durchs Gesicht zu wischen – und das könnte schlimmstenfalls auch mal ins Auge gehen.

Nach einer kurzen Orientierungsphase ist es schließlich so weit: Die närrischen Abordnungen reihen sich in einer fast endlosen Schlange auf, um nach und nach zum Ministerpräsidenten und dessen Gattin vorgelassen zu werden. Für die meisten von ihnen ist es das erste Mal, dass sie einen so großen Empfang miterleben dürfen. »Das erlebt man nur einmal im Leben«, raunt eine blondgelockte Prinzessin in festlich blauer Robe ihrer Platznachbarin zu.

Frau Bouffier mag das Kleid

Nach über einer Stunde stehen auch Melanie und Christopher endlich an der Tür zur großen »Rotunde«, dem runden Saal in der Schlossmitte, der von zwei breiten Gängen aus beschritten werden kann. Das Ehepaar Bouffier trägt bereits schwer an der Last der unzähligen Orden, die ihnen verliehen worden sind. Jetzt kommt für jeden noch einer von den »Hasenspringern« hinzu. Ein kurzes, aber freundschaftliches Händeschütteln, ein paar persönliche Worte, Aufstellen für ein Vierer-Foto, und dann nehmen die beiden »Hasenspringer« einen Stehplatz unter Ihresgleichen ein. »Als Herr Bouffier gehört hat, dass wir aus Rosbach kommen, hat er gleich gefragt, ob es das Rosbach vor der Höhe ist, das er kennt«, sagt Christopher anschließend. Er findet es gut, dass ein solcher Empfang eine Gelegenheit ist, wo »ganz normale Bürger« auch mal dem Ministerpräsidenten die Hand schütteln dürfen. Melanie sieht das genauso. Außerdem hat sie sich sehr über das Kompliment von Ursula Bouffier gefreut. »Sie fand mein Kleid so schön.«



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Artikel vom 24.01.2012 - 10.39 Uhr
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