Rosbach v. d. H. (caj). »Ich habe keine Angst vor Fledermäusen«, verkündete der achtjährige Bardo aus Rosbach bei der Exkursion »Den Fledermäusen auf der Spur« am Donnerstagabend an den Nieder-Rosbacher Teichen.
Vor Exkursions-Beginn tummeln sich die Kinder um Tische mit Fledermaus-Puzzles. (Fotos: caj)
Bevor es samt Bat-Detector (Fledermaus-Detektor) auf die Jagd nach den kleinen schwarzen Nachtschwärmern ging, prüfte der Landschaftsökonom und ehrenamtliche Mitarbeiter der NABU-Umweltwerkstatt Wetterau, Frank Uwe Pfuhl, das Wissen der Kinder und Erwachsenen. »Was sind das überhaupt für Tiere?«, fragte Pfuhl und warf einige Vorschläge in die Runde: »Mäuse, Vögel oder Mäuse, die einen Pilotenschein gemacht haben?« Letztere Idee fanden die Kinder nicht schlecht. Die richtige Antwort wusste allein der Landschaftsökonom: Fledermäuse sind Nagetiere. Davon gibt es 2000 Arten weltweit, etwa 1000 sind Fledermausarten. Fledermaus und Maus seien hingegen so unterschiedlich wie Mensch und Hund, erläuterte Pfuhl.
In die folgenden 40 Minuten packte der ehrenamtliche Referent zahlreiche kinderleicht verdauliche Informationen. Groß und Klein durften Mitraten: Wie viele Fledermausarten gibt es in der Wetterau? Wie groß ist ihre Flügel-Spannweite? Was wiegen die kleinen Nachtschwärmer? 13, 40 Zentimeter und 50 Gramm lauteten die Antworten, über die Kinder und Erwachsene lebhaft diskutierten. Und nebenbei: Die thailändische Hummelfledermaus ist das weltweit kleinste Säugetier, während das Wetterauer Exemplar pro Nacht um die 8000 Stechmücken verdrückt.
Nachdem Pfuhl mitsamt mumifizierter Zwerg- und Großohrfledermaus die Runde gemacht hatte, erklärte er das Prinzip des Bat-Detectors - nicht zu verwechseln mit dem Batmobil des Comic-Superhelden. »Das Gerät erkennt Frequenzen im Ultraschallbereich oberhalb der menschlichen Hörgrenze, ist also ein Stimmen-Umwandler.« Wenn eine Fledermaus in der Nähe ist, fängt der Bat-Detector an zu piepsen. Mit diesen hohen Tönen fange die Fledermaus auch Insekten. Beispiel: Die Fledermaus piepst, der Ultraschall trifft auf ein Insekt, ein Echo kommt zurück und signalisiert: »Nachtfalter mit Schokogeschmack.«
Pfuhls lebendige Erklärungen sorgten für gute Stimmung bei den Kindern und Erwachsenen, die aufmerksam Ausschau gen Himmel hielten. Das hier sei eine Wildtierbeobachtung, meinte der Referent und bat um Geduld: »Wir haben leider nicht das Geld, ein paar Fledermäuse fürs Vorbeischauen zu bezahlen.«