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Brechtel will Windpark im Rosbacher Wald

Artikel vom 18.01.2012 - 14.00 Uhr

Brechtel will Windpark im Rosbacher Wald

Rosbach v.d.H. (hed). Bürgermeister Detlef Brechtel nimmt die Dinge gerne selbst in die Hand: So auch bei den Windrädern. Damit Investoren keinen »Wildwuchs« in der Gemarkung veranstalten, möchte er auf eigene Faust im Rosbacher Wald einen Windpark bauen lassen.

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Bürgermeister Detlef Brechtel mit Erstem Stadtrat Heinz Sill (r.). (Foto:/Grafik: hed)
Im Naturpark Hochtaunus, östlich des Limes, will die Stadt Vorrangflächen ausweisen. Sechs bis acht Anlagen stellt sich Brechtel vor, sollten Friedberg, Ober-Mörlen und Wehrheim einsteigen, könnten es noch mehr werden.

Knapp zwei Prozent der Landesfläche Hessens sollen für Windkraft genutzt werden. Wo die Anlagen hinkommen dürfen und wo nicht, ist aber noch nicht klar. Da im neuen Regionalen Flächennutzungsplan, der regelt, wo die Kommunen was und wie bauen dürfen, das Thema »Energieproduktion« herausgenommen worden war, könnten Windräder derzeit so gut wie überall enstehen. Um zu verhindern, dass Investoren bauen, ohne die Stadt zu fragen (so geschehen in Bruchenbrücken/Ober-Wöllstadt), möchte Rosbachs Bürgermeister Detlef Brechtel vorgreifen. Er wolle nicht abwarten, bis die Windvorratsplanung des Regionalverbands abgeschlossen ist, sagte er bei einem Pressegespräch im Rathaus. »Das kann gut und gerne noch zwei bis drei Jahre dauern.« Daher wolle man den Planern in Frankfurt ein knapp 300 Hektar großes Areal im Stadtwald vorschlagen, das laut Brechtel gut geeignet ist für die Erzeugung von Windkraft. »Es liegt hoch, man sieht es von Ober-Rosbach trotzdem kaum, und Straßen, Wege und Stromleitungen sind bereits vorhanden, weil das Gelände jahrzehntelang Übungsgebiet der US-Armee war.«

Laut Erstem Stadtrat Heinz Sill, der gleichzeitig Revierförster ist und für Hessen-Forst arbeitet, sollten die Anlagen möglichst nah an den auf der Kammhöhe (450 Meter) liegenden Limes herangehen. Für den gelte zwar ein Mindestabstand von 1000 Metern, er wolle aber beim Land anfragen, ob man die Schutzzone in einzelnen Abschnitten verkleinern könne, so der Rathauschef. Tabu blieben aber die Kernbereiche des Weltkulturerbes sowie das Naturschutzgebiet rund um den ehemaligen Steinbruch.

Finanziert werden soll das Projekt über eine Genossenschaft, an der sich auch die Bürger beteiligen können, betonte Brechtel. »Natürlich wollen wir auch über die Pacht Einnahmen generieren und den Rosbacher Haushalt entlasten.« Mit fünf möglichen Investoren habe er bereits gesprochen. Ein Bieterverfahren soll schon im nächsten Jahr eine Entscheidung bringen.

Wie Brechtel sagte, sei es wünschenswert, wenn sich auch die Nachbarkommunen an einem oder mehreren Windparks im Winterstein-Areal beteiligen. Schon im vergangenen Jahr hatte Brechtel mit seinen Bürgermeisterkollegen aus Friedberg, Ober-Mörlen und Wehrheim gesprochen, um sie von seiner Idee zu überzeugen.

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