Rockenberg-Oppershofen (pm). Die Fremdensitzung des FCC (Frohsinn-Carneval-Club) hat Tradition. Und so ließen es sich die Oppershofener auch diesmal nicht nehmen dabei zu sein - trotz winterlicher Kälte, Schnee und Glätte.
Manchen Weisheitszahn gezogen: Roland Schischka.
Vom Schlingern auf der Straße zum Schunkeln im ausverkauften Bürgerhaus war’s sozusagen ein nahtloser Übergang. Auch Bürgermeister Manfred Wetz und Parlamentsvorsteher Berthold Wild ließen sich’s nicht nehmen, in fliegendem Wechsel in Oppershofen und beim Rockenberger Immergrün (siehe oben) dabei zu sein. Nach vier Stunden Fremdensitzung, in der so mancher »sein Fett abbekam«, wurde zur Musik der »Nixnutze« ausgelassen das Tanzbein geschwungen.
Den Reigen der Akteure eröffneten die Kleinen aus dem Oppershofener Kindergarten. Sie tanzten mit Ernst und Hingabe, und alle waren stolz auf ihren Lolli-Orden. »Da brauchen wir uns um den Fastnachts-Nachwuchs keine Sorgen zu machen«, unkte Sitzungspräsident Reinhard Weil, der danach in Reimen seinen Elferrat vorstellte. »Meckertante« Ursel Graeser las in der Bütt den Politikern ordentlich die Leviten: Schlangenmenschen seien das geworden, das Rückgrat bei der Vereidigung abgegeben. Auch nicht gerade zimperlich rechnete Norbert Bayer mit Politikern und Bankern ab - auch hier tosender Beifall aus dem Saal!
Nicht ganz so hart mit den Größen des Staates ins Gericht ging der »Frohsinn-Report«, der auch diesmal für Begeisterung sorgte. Schließlich waren Angela Merkel - wie immer in schickem Hosenanzug - und Guido Westerwelle - rank, schlank und wendig - mitgekommen und ließen sich in der Provinz feiern.
Vor allem das Lokale nahmen die FCC-Reporter aufs Korn, sangen zur Bürgermeisterwahl eine Hymne auf ihren Manfred. Auch das Fernsehen war da im letzten Jahr - Stress pur für die Ortsvereine: Was ist typisch für Oppershofen? Klar: »Die Rosen - sie sind alle meine Kinder«, wurde Bardo Raab zitiert. Und plötzlich mischte der sich selbst unter die Reporter, »bewaffnet« mit einem Arm roter Rosen, die er in den Saal warf. Sein Imitator verstummte sichtlich überrascht und der Saal jubelte.
Ebenfalls Lachen und Zustimmung gab es für Roland Schischka als Zahnarzt in der Bütt. Gerade aus dem Seniorenheim beurlaubt, plauderten Vinzenz und Karl-Heinerich aus dem Nähkästchen. Dahinter verbargen sich Ernst Weil und Hermann Hainstadt, zwei Oppershofener Urgesteine, die mit entsprechendem Jubel beklatscht wurden.
Große Begeisterung gab's auch für die gemischte Tanzgruppe »Pee Gees« aus Pohl-Göns, die mit einem rasanten Latin Dance für Furore sorgte. Mit einem klassischen Gardetanz und später einem schönen Showtanz erfreute eine Mädchen-Tanzgruppe aus Nieder-Weisel. Beide Tanzformationen wurden nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen.
Zum musikalischen Finale versammelten sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne.
Mit einer langen Polonaise quer durch den Saal ging’s dann zum Tanz bis in die Morgenstunden. (Fotos: Burkard)