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Bald kann der Storch kommen

Artikel vom 27.09.2011 - 18.03 Uhr

Bald kann der Storch kommen

Rockenberg/Münzenberg (en). Rechts die Gleise, links die Wetter – und mittendrin ein Bagger: In den Lattwiesen zwischen Rockenberg und Oppershofen entsteht gerade ein Flachwasserteich, der dem Storch und vielen anderen Tieren und Pflanzen das Überleben leichter machen soll.

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Baggert seit Tagen im Baggerloch: Ralf Wüst von der Büdinger Baufirma Ditzel hebt den Rockenberger Storchenteich aus. (Foto: Engel)
Schon Ende dieser Woche zieht der Bagger weiter nach Ober-Hörgern, wo ähnliches geplant ist.

Beide Teiche liegen auf kommunalem Boden, sie werden um die 1500 Quadratmeter groß und nur bis zu zwei Meter tief. Und sie haben – im Gegensatz etwa zum Fischteich – weder einen Zu- noch einen Ablauf.

Dr. Burkhard Olberts, Geschäftsführer des Naturschutzfonds Wetterau, erklärt den Grund: »Die Teiche werden ganz unterschiedliche Wasserstände haben, im Winter hoch oder sogar ganz voll, im Sommer können sie auch mal ganz trocken fallen.« Damit entstünden Lebensräume für viele Tiere, vor allem Vögel, Libellen, Amphibien, Molche und Kröten.

»Auch Gänse und Enten werden kommen«, hofft Olberts, aber der »Star«, den man mit diesem Schlaraffenland in die Lattwiesen locken möchte, ist der Weißstorch. Meister Adebar liebt bekanntlich Frösche und Kröten. In Rockenberg soll noch ein Mast mit einem Storchennest aufgestellt werden, bei Münzenberg steht schon eines, in dem aber noch kein Storchenpaar gebrütet hat – »vielleicht gerade weil das Wasser fehlt«, hofft der Naturschutz-Experte darauf, dass die Verweigerung bald in Akzeptanz umschlägt.

Rund 10 000 Euro kostet jeder der beiden Storchenteiche, den Rockenberger bezahlt der Kreis aus Ausgleichsmitteln von anderen Eingriffen in die Natur, den Münzenberger finanziert Hessen-Forst.

Eindringlich appelliert Dr. Olberts schon jetzt an die Bürger, die beim Bepflanzen der Teiche »mithelfen« wollen: »Bitte setzen Sie keine Fische ein und pflanzen Sie nichts an, meistens passt es nicht zum Konzept.«

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