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300 Landfrauen treffen sich zum Frühstücken

Artikel vom 08.03.2010 - 17.05 Uhr

300 Landfrauen treffen sich zum Frühstücken

Rockenberg-Oppershofen (kai). Landfrauen sind selbstbewusst und sozial engagiert. Eine Landfrau zu sein, ist die beste Medizin. Die Frauen vom Land sind Vordenkerinnen mit sozialer Kompetenz. Das alles erklärte am Sonntag ein Mann, nämlich der Psychologe und Kommunikationsberater Franz-Josef Euteneuer den 300 Landfrauen des Bezirksvereins Friedberg, die zum alljährlichen Frauenfrühstück des Vereins ins Bürgerhaus nach Oppershofen gekommen waren.
Einmal im Jahr organisiert der Bezirkslandfrauenverein Friedberg ein Frauenfrühstück, diesmal im Bürgerhaus Oppershofen.	(Fotos:
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Einmal im Jahr organisiert der Bezirkslandfrauenverein Friedberg ein Frauenfrühstück, diesmal im Bürgerhaus Oppershofen. (Fotos: Dauernheim)
Bürgermeister Manfred Wetz charakterisierte in seinem Grußwort die Landfrauen als »aktiv, aktuell, modern, gut informiert, sozial engagiert, spontan, schnell und unkompliziert«. Seine Anspielung galt dem Hallenterminplan: Zum Vorbereiten ihres Frühstücks konnten die Frauen erst morgens in die Halle, da in der Nacht davor eine Discoparty gefeiert worden war. Kein Problem für die Landfrauen, sie trafen sich um kurz nach sechs Uhr, um alles vorzubereiten und den Raum üppig mit Rosen zu dekorieren.

In dieselbe Kerbe zielte der Vortrag von Euteneuer. »Ich bin ein Fan der Landfrauen«, outete er sich. Aus seiner riesigen Tasche holte er ein Nähkästchen und plauderte er aus selbigem. »Landfrauen sind die soziale Elite«, erklärte er. Sie gestalteten die nachelterliche Phase sinnvoll. »Wie stolz sagen Sie, dass Sie eine Landfrau sind«, fragte er ins Publikum. Es sei kontraproduktiv, immer nur zu jammern und zu stöhnen. »Wer jammert, wird bei Wahlen kaum Leute finden, die in den Vorstand wollen«, analysierte der Psychologe: »Es sagt sich doch niemand: Bitte wähl mich, ich will auch so jammern wie du.« Es bringe nichts, zu lamentieren, dass kaum Nachwuchs da sei. Die Menschen würden älter, engagierten sich länger, da seien »die älteren Frauen eben die jungen Methusaleme«.

Lustvoll an die Aufgaben heranzugehen sei wichtig, zu schauen, was alles erreicht worden sei. »Sich im Landfrauenverein einzubringen ist mehr wert als die 20 Euro Jahresbeitrag«, erklärte Euteneuer. »Für eine Selbsthilfegruppe zahlen Sie schon 40 im Monat«, rechnete er vor, oder: »Ein Selbstvertrauenstraining kostet schon 20 Euro, das ist bei den Landfrauen im Preis drin.«

Landfrauen strukturierten ihr Leben anders, sie würden gebraucht. Er forderte die Frauen auf, verrückt zu sein, neue Impulse zu geben.

Der einzig mögliche Grund, nicht bei den Landfrauen mitzumachen, ist laut dem Referenten: »Vermutlich wird die Beerdigung größer.«

Spontan kam Claudia Jung aus dem Publikum zu ihm ans Mikrofon, als er seinem Applaus lauschte, und sagte: »Ich bin eine Landfrau und das ist gut so.«

Als die stellvertretende Bezirksvorsitzende Mechthild Lind dem Referenten danken wollte, waren ihm ihre Worte zu pessimistisch, er spurtete zurück zum Rednerpult und sagte: »Das Entscheidende für Sie als Landfrauen ist, dass Sie beseelt sind, dabei bleiben und Faszination erzeugen.«

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Artikel vom 08.03.2010 - 17.05 Uhr
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