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Reiskirchener Musiker begeisterten mit seltenen Märschen

Artikel vom 26.06.2012 - 22.00 Uhr

Reiskirchener Musiker begeisterten mit seltenen Märschen

Reiskirchen (la). »Raritäten goldener Märsche« war das Motto des Konzerts des Großen Blasorchesters Reiskirchen unter der Leitung von Otmar Scheld am Sonntagnachmittag auf dem »Alten Pfarrhof« in Reiskirchen.

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Das Große Blasorchester Reiskirchen spielte im Alten Pfarrhof »Raritten goldener Märsche«. (Foto: la)
Eine Rarität war beispielsweise »Des großen Kürfürsten Reitermarsch«. Er ist in den Amateurorchestern kaum noch im Repertoire, hat aber in der Marschmusik Geschichte geschrieben als einer der berühmten Parademärsche im Schritt für berittene Truppen. Aufgrund seines feierlichen Charakters und der eindrucksvollen Solofanfaren im Zwischenspiel ist »Des Großen Kurfürsten Reitermarsch« häufiger Bestandteil militärischer Feiern in der Bundeswehr. Besonders oft wird er für die Serenade im Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs ausgewählt.

Im Repertoire der Marschmusik des Großen Blasorchesters Reiskirchen nicht wegzudenken, aber in anderen Blasorchestern wohl kaum vorhanden, ist der »Marsch Herzog von Braunschweig«. Er ist einer der Bravourmärsche. Im Internet erregte das Große Blasorchester Reiskirchen 2007 Aufmerksamkeit, als es beim Deutschland-Pokal in Alsfeld mit diesem Marsch seine Vorstellung für das Fernsehen auf dem Alsfelder Marktplatz gab. Über 30 000 Klicks sind bisher eingegangen. Sie kommen aus aller Welt und sind voll des Lobes für die Wiedergabe dieses Marsches durch ein Amateurorchester.

Nach dem Programmblock mit Raritäten traditioneller Militärmärsche folgten die Konzertmärsche. Richard Strauss war es, der während seiner Tätigkeit an der Königlichen Oper Berlin, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, einen solchen widmete. Den Titel dafür wählte er kurz und bündig: »Königsmarsch«.

Ein tschechischer Kapellmeister namens Karel Eska, schrieb eine Reihe von Märschen und Tänzen, die jedoch selten außerhalb seines Orchesters gespielt wurden. Einer seiner Märsche hat viel Gehalt und Schönheit und scheint nun auf dem Weg zu sein, in der Reihe der goldenen Marschmusik seinen Platz zu finden. Der »Grenzwache« widmete Eska diesen Marsch, im Titel nachzulesen »Für unsere Grenzwacht«. »Große Zeit, neue Zeit« war der Titel des Marsches, mit dem der zweite Programmteil eröffnet wurde. Dieser Marsch ist im Album Deutscher Armeemärsche unter der Rubrik »Präsentiermärsche für Fußtruppen« eingeordnet. Ein vorzüglicher, majestätisch klingender Marsch, der von dem Königlichen Musikdirektor namens Fritz Brase komponiert wurde.

Mit Musik der neueren Zeit ging es weiter: mit einem Fucik-Marsch, denn der »König der Marschmusik«, wie Fucik gerne genannt wird, hat die Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Marschmusik geprägt wie kein anderer.

Mens sana in corpore sano bedeutet »ein gesunder Geist in einem gesunden Körper«. Der holländische Komponist Geert Sprick hatte diesen Spruch als Thema genommen, um für seinen Vater einen Marsch zu komponieren. Der Vater soll den holländischen Sportvereinen eng verbunden gewesen sein. 1992, fand die Uraufführung dieses Stückes statt, das auf dem Weg ist, ein Weltmarsch zu werden. Im letzten Programmpunkt eilte man dem noch ausstehenden Fußballereignis voraus. Das Große Blasorchester spielte als letztes Stück den Titel »Europameister«. Jedenfalls sah der neunjährige Max Otto als »ZDF-Reporter« Deutschland als klaren Sieger im Endspiel gegen Spanien. Es war die Einmaligkeit des Konzertes, das die Besucher auch trotz zwischenzeitlichen Regens ausharren ließ, ebenso wie die ausgezeichnete Moderation von Tanja Müller-Schlösser.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit dem Spielmannszug unter der Leitung von Tanja Müller-Schlösser und der Moderation von Yvonne Scheld und Steffen Rausch. »National Emblem«, »Spectaculum«, »Marsch der Medici«, »König Fußball« und »Muss i denn« gehörten zu dem einstündigen Programm des Spielmannszuges, das ebenfalls mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.

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Artikel vom 26.06.2012 - 22.00 Uhr
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