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Internationales Stelldichein im Alten Pfarrhof von Reiskirchen

Artikel vom 29.08.2010 - 23.00 Uhr

Internationales Stelldichein im Alten Pfarrhof von Reiskirchen

Reiskirchen (la). Einen musikalischen Feierabend wie man ihn sich öfters wünscht, erlebten am Samstag die Besucher des Serenadenkonzertes des Blasorchesters Reiskirchen.
In Reiskirchen kamen am Samstag Freunde anspruchsvoller Blasmusik auf ihre Kosten; hier das Große Blasorchester. (Foto: la)
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In Reiskirchen kamen am Samstag Freunde anspruchsvoller Blasmusik auf ihre Kosten; hier das Große Blasorchester. (Foto: la)
Das »Feierabendlied« stand auch am Anfang der Veranstaltung unter der Leitung von Otmar Scheld. Zwei aktuelle Komponisten, die für die Blasmusik in den vergangenen 20 Jahren erfolgreiche und herausragende Musik geschaffen haben, standen im Mittelpunkt des Programms. Bevor es jedoch mit internationalen Komponisten und deren Musik weiterging, blieb das Orchester erst einmal »im Dorf«.

Ortwin Balser hat viele Jahre im Blasorchester mitgewirkt. Er komponierte eine Polka, die er dem »Alten Pfarrhof« gewidmet hat – dem Reiskirchener Kulturzentrum mit der Musik, die Alt und Jung immer wieder zusammenführt. Von dort aus führte nun die Musik in die Kulturstadt Salzburg.

Cornelis (Kees) Vlak, ein niederländischer Komponist und Musiker, der für Werke bestimmter Genres verschiedene Pseudonyme benutzt, hat unter dem Titel »Salzburger Serenade« als »Alfred Bösendorfer« eine wunderbare Abendmusik geschrieben. In die Gedanken von Schlossgarten, einem einmaligen romantischen Panorama hinein, begann die Blasmusik zu spielen: Der musikalische Abend, dem man allerdings einige Wärmegrade mehr gewünscht hätte, erreichte seinen nächsten Glanzpunkt. Mit der Ouvertüre im ersten Satz bat das Orchester charmant um die Aufmerksamkeit der Gäste. Danach folgte mit der Romanze eine ruhige, wunderbare Melodie, die mit einem schönen nostalgischen Nachspiel ausklang. In diese festliche Stimmung hinein baten die Musiker zum Tanz, spielten ein Menuett als dritten Satz. Der anschließende vierte Satz – ein lebhaftes Finale – führte wieder in die Geschäftigkeiten des Alltags zurück: Es ging durch die Tonarten der vergangenen drei Sätze, Jagdhörner ertönten und bei genauem Hinhören konnte man den Klang eines Posthorns vernehmen.

Auch beim nächsten Programmpunkt blieb man dem Land und dem Komponisten treu. In gekonnter Weise führte die Moderatorin Tanja Scheld nun ihr aufmerksames Publikum zum Schloss Schönbrunn in Wien. Kein Österreicher, sondern »ein totaler Flachländer«, der Holländer Alfred Bösendorfer, war auf die Idee gekommen diesem Bauwerk eine Polka zu widmen. Die Moderatorin führte die Zuhörer durch den Schlosspark. Passend zu dem »Abendspaziergang« intonierte das Blasorchester die »Schönbrunner Polka«.

Mit dem Belgier Jan van der Roost folgte ein zweiter Komponist aus den Benelux-Staaten. Seine musikalischen Aktivitäten führten ihn in mehr als 35 Länder auf vier Kontinenten, seine Kompositionen werden in mehr als 50 Ländern aufgeführt; die Werke zeugen von einer großen Bandbreite an Genres und Stilarten. Für das Reiskirchener Orchester war es – in Anbetracht der erst kürzlich beendeten Sommerferien – nicht leicht, die Komposition »Puszta« in der Qualität eines besonderen Höhepunktes einzustudieren. Aber wer den Orchesterleiter Otmar Scheld kennt weiß, dass er jede musikalische Hürde nimmt. Entsprechend begeistert wurden auch die vier Zigeunertänze aufgenommen. Mit »A Highland Rhapsody« blieb man zwar dem Komponisten Jan van der Roost treu, wechselte aber in das schottische Hochland – jene Landschaft mit spektakulären Bergpanoramen, atemberaubende Aussichten auf hohe, raue Gebirgszüge und in lange, düstere Täler. Tongemälde von Ländern und Landschaften sind die Spezialität van der Roosts. Der Unterhaltung auf schottisch folgte mit der »Polka Gold« eine echt böhmische Polka.



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Artikel vom 29.08.2010 - 23.00 Uhr
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