Reiskirchen (la). Während sich draußen der Winter sich noch einmal mit Schnee zurückgemeldet hatte, kehrte doch am Sonntag in die Sport- und Kulturhalle in Burkhardsfelden der Frühling ein. Mehr noch: Ostern ist in diesem Reiskirchener Ortsteil stets vier Wochen früher als im Kalender.
Eröffnung mit (von rechts) Marktleiterin Edith Hutzfeld, Bürgermeister Holger Sehrt, Klaus Hose und (2. v. links) Christa Kauß. (Fotos: la)
Die Tanz- und Trachtengruppe scheint ohnehin einen guten Draht »nach oben« zu haben. Die Sonne von draußen, die Wärme in der Halle, freundliche und sich nach dem Licht sehnende Menschen, die ersten Blumen und zudem Ostereier in den schönsten Farben und Mustern gaben der 18. Auflage des weit über die Gemarkungsgrenzen hinaus bekannten Frühlingsmarkt einen gebührenden Rahmen.
Das traditionelle Motto »Ostern steht vor der Tür« war in vielfacher Weise in der Halle gegenwärtig. Klaus Hose, Vorsitzender der Tanz- und Trachtengruppe, zeigte sich erfreut über den ausgezeichneten Besuch und pries in selbstverfasster Gedichtform das nahende Frühjahr und das Osterfest. »... doch nun ist der Winter vorbei und mit länger werdenden Tagen und den ersten aufgehenden Schneeglöckchen, wird es Zeit der trüben, grauen Winterzeit ade zu sagen. Endlich wieder blühende Blumen, aufgehendes Grün und warme Sonnenstrahlen«, prophezeite Hose und erhielt zustimmenden Beifall. Der Vorsitzende dankte dem Ehrenvorsitzenden Günter Hofmann, Marktleiterin Edith Hutzfeld, Christa Kauß, allen Helfern und den Ausstellern.
Auch für Bürgermeister Holger Sehrt – gekleidet im Sommeranzug – bedeutete die weit über Reiskirchen hinaus nachgefragte Veranstaltung ein Einstimmen auf Veränderung. Es sei bewundernswert, was hier an schönem Kunsthandwerk geboten werde, betonte er.
Die Tatsache, dass einige fast ausgestorbene Handwerksberufe präsentiert würden, darunter Stuhl- und Korbflechten und Klöppeln –, bedeute zugleich, dass in Burkhardsfelden ein Stück Alltagskultur früherer Jahre vor der Vergessenheit bewahrt werde. Ohne das große Engagement der Tanz- und Trachtengruppe, wäre das kulturelle Leben in der Gemeinde um einiges ärmer, hob Sehrt hervor, der zudem bekannte, ein unbedingter Freund der »Frankfurter grünen Soße nach Burkhardsfelder Art« zu sein. Mit originalen Trachten und originellen Tänzen leiste der gastgebene Verein einen wichtigen Beitrag dazu, einen Teil des traditionellen Alltagslebens für die nachfolgenden Generationen anschaulich zu erhalten. Sehrt lobte darüber hinaus eine vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit der Folkloristen.
Handarbeiten, künstlerische Puppen, Floristik, Bücher, Holz- und Glaswaren, Schmuck und zahlreiche Geschenkartikel sowie »alles rund um das Ei« machten den Frühlingsmarkt zu einem besonderen Erlebnis. Viele Aussteller ließen sich auch bei der Arbeit über die Schulter schauen und vermittelten wertvolle Tipps.
Natürlich war der Markt wieder eine Begegnungsstätte zum Plaudern, Gedankenaustausch und zum Kennenlernen neuer kreativer Ideen. Am Nachmittag lud das »Café Panorama« zum Verweilen ein.